Die „Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz“ trat am 14. Juli 2003 in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Dieses Gremium wurde in Abstimmung zwischen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kultusministerkonferenz der Länder und den kommunalen Spitzenverbänden gebildet. Es kann bei Differenzen über die Rückgabe von Kulturgütern angerufen werden, die im Dritten Reich ihren Eigentümern, insbesondere verfolgten jüdischen Bürgern, entzogen wurden und sich heute in Museen, Bibliotheken, Archiven oder anderen öffentlichen Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland befinden.

Die Kommission übernimmt eine Mediatorenrolle zwischen den Trägern der Sammlungen und den ehemaligen Eigentümern der Kulturgüter bzw. deren Erben, wenn dies von beiden Seiten gewünscht wird. Zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten kann sie Empfehlungen aussprechen.

Zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Kommission haben sich 2003 die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages Frau Professor Dr. Rita Süssmuth, die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Frau Professor Dr. Jutta Limbach (Frau Prof. Limbach war von Gründung der Kommission 2003 bis zu ihrem Tod im September 2016 Vorsitzende), der frühere Bundespräsident Herr Dr. Richard von Weizsäcker; seit 2016 als dessen Nachfolger der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Herr Professor Dr. Hans-Jürgen Papier, der Philosoph Professor Dr. Günther Patzig; seit 2011 als dessen Nachfolger der Diplomat und frühere Justizminister des Landes Brandenburg Herr Dr. Hans-Otto Bräutigam, der Rechtsphilosoph Herr Professor Dr. Dietmar von der Pfordten, der Historiker Herr Professor Dr. Reinhard Rürup (stellvertretender Vorsitzender), der Kunsthistoriker Herr Prof. Dr. Thomas Gaethgens; seit 2008 als dessen Nachfolger der Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Herr Professor Dr. Wolf Tegethoff, und die Philosophin Frau Professor Dr. Ursula Wolf bereit erklärt.

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung der Kommission wurde Frau Prof. Limbach zur Vorsitzenden der Beratenden Kommission gewählt. Der stellvertretende Vorsitz wurde bis 2008 von Herrn Prof. Gaethgens wahrgenommen; seit 2008  ist Herr Prof. Rürup stellvertretender Vorsitzender.

Eine Antragsstellung setzt voraus, dass das in der Gemeinsamen Erklärung beschriebene Verfahren berücksichtigt wurde und dass beide Seiten mit der Befassung ihres Falles durch die Kommission einverstanden sind.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fungiert als Geschäftsstelle der Kommission. Ihm obliegt die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Kommissionssitzungen. Zudem steht es als Ansprechpartner für Antragsteller zur Verfügung.

Kontakt:

Dr. Michael Franz
Fachbereichsleiter Grundsatz und Verwaltung
Geschäftsstelle der Beratenden Kommission
Telefon: +49 (0) 391 727 763 12
E-Mail: michael.franz[at]kulturgutverluste.de