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Restitution: Stiftung Preußischer Kulturbesitz findet faire und gerechte Lösung mit den Erben von Curt Glaser

Datum 21.04.2016

Die Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz (SPK) hat mit den Er­ben Curt Gla­sers ver­ein­bart, dass zwei Zeich­nun­gen und meh­re­re Fo­to­gra­fi­en aus des­sen Samm­lung ge­gen ei­ne Ent­schä­di­gungs­zah­lung im Ei­gen­tum der SPK ver­blei­ben. Die­se Wer­ke hat die SPK erst kürz­lich als Teil der Samm­lung Gla­sers iden­ti­fi­ziert.

Die Zeich­nun­gen ent­deck­te sie im Zu­ge ei­ner sys­te­ma­ti­schen Er­for­schung der Be­stän­de des Kup­fer­stich­ka­bi­netts, die vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te über drei Jah­re fi­nan­zi­ell un­ter­stützt wird. Bei Re­cher­chen in der Kunst­bi­blio­thek wur­den au­ßer­dem 26 Fo­to­gra­fi­en ge­fun­den, die eben­falls aus dem Al­tei­gen­tum Gla­sers stam­men.

Gla­ser, Ber­li­ner Mu­se­ums­di­rek­tor und Kunst­samm­ler, wur­de auf­grund sei­ner jü­di­schen Ab­stam­mung zum Ver­folg­ten. 1933 ver­lor er sein Amt und emi­grier­te über meh­re­re Zwi­schen­sta­tio­nen in die USA. Gla­ser ließ sei­ne Kunst­samm­lung ver­stei­gern; Tei­le dar­aus – dar­un­ter auch die zwei Zeich­nun­gen – er­warb die Na­tio­nal­ga­le­rie. Mit dem Über­gang der ge­sam­ten Samm­lung der Zeich­nun­gen von der Na­tio­nal­ga­le­rie in das Kup­fer­stich­ka­bi­nett ge­lang­ten die bei­den Zeich­nun­gen aus der Gla­ser-Samm­lung in den Be­sitz der SPK. Die 26 Fo­tos ge­hö­ren zu ei­nem Be­stand von ca. 10.000 Fo­to­gra­fi­en, die Gla­ser kurz vor sei­ner Emi­gra­ti­on 1933 der Kunst­bi­blio­thek schenk­te, die je­doch weit­ge­hend als ver­lo­ren gel­ten.

Be­reits 2012 hat die SPK vier Wer­ke aus der ehe­ma­li­gen Samm­lung Gla­sers an des­sen Er­ben re­sti­tu­iert.

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