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Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt Skulptur an Erben von Felicia Lachmann-Mosse zurück

Datum 02.12.2016

Die Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz (SPK) hat die Skulp­tur „Su­san­na“ von Rein­hold Be­gas an die Er­ben von Fe­li­cia Lach­mann-Mos­se zu­rück­ge­ge­ben. Da­bei han­delt es sich um NS-Raub­gut. Das Werk wird zu­nächst als Leih­ga­be in den Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin ver­blei­ben. Es ist der­zeit in der Al­ten Na­tio­nal­ga­le­rie aus­ge­stellt.

Die Fa­mi­lie Mos­se be­saß ei­nes der größ­ten und ein­fluss­reichs­ten Ver­lags­häu­ser der Wei­ma­rer Re­pu­blik. Un­mit­tel­bar nach der Machter­grei­fung durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten An­fang 1933 war die jü­di­sche Fa­mi­lie Re­pres­sa­li­en durch das NS-Re­gime aus­ge­setzt. Fe­li­cia Lach­mann-Mos­se und ihr Ehe­mann Hans emi­grier­ten 1933 in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Ihr Ver­mö­gen, dar­un­ter auch die Kunst­samm­lung, die Fe­li­cia von ih­ren El­tern Ru­dolf und Emi­lie Mos­se ge­erbt hat­te, wur­de un­ter staat­li­che Auf­sicht ge­stellt. Auf Be­trei­ben der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wur­de die Kunst­samm­lung 1934 zwangs­ver­stei­gert.

Ver­mut­lich trans­por­tier­te ei­ne so­wje­ti­sche Tro­phä­en­kom­mis­si­on das Werk 1946 aus Ber­lin ab. Es ge­lang­te im Rah­men der Rück­ga­ben aus der So­wjet­uni­on 1956 oder 1958 zu­nächst ans Mu­se­um für Völ­ker­kun­de in Leip­zig und wur­de 1994 zur wei­te­ren Be­treu­ung an die Na­tio­nal­ga­le­rie der Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin über­ge­ben. Seit Wie­der­er­öff­nung der Al­ten Na­tio­nal­ga­le­rie 2001 ist die „Su­san­na“ ge­mein­sam mit wei­te­ren Skulp­tu­ren von Rein­hold Be­gas in der Dau­er­aus­stel­lung zu se­hen. Ei­ne ein­deu­ti­ge Zu­ord­nung zu ei­nem Vor­ei­gen­tü­mer war bis­lang nicht mög­lich. Bei Re­cher­chen des Mos­se Art Re­sti­tu­ti­on Pro­ject konn­te nun er­mit­telt wer­den, dass sich das Werk bis 1933 in der Samm­lung Mos­se be­fand und der Fa­mi­lie ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wor­den sein muss.

Be­reits 2015 hat die SPK acht Kunst­wer­ke an die Er­ben von Fe­li­cia Lach­mann-Mos­se re­sti­tu­iert, die bei der sys­te­ma­ti­schen Pro­ve­ni­enz­for­schung zu den Samm­lun­gen der Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin iden­ti­fi­ziert wor­den wa­ren.

Das Mos­se Art Re­sti­tu­ti­on Pro­ject wur­de von Ro­ger Strauch, dem Prä­si­den­ten der Mos­se Foun­da­ti­on, 2012 ins Le­ben ge­ru­fen. Es wid­met sich der welt­wei­ten Su­che nach Kul­tur­gut, das aus der Samm­lung Ru­dolf Mos­ses stammt und sei­nen Er­ben von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ent­zo­gen wur­de.

Pres­se­mit­tei­lung der Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz