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Bayerische Staatsbibliothek restituiert drei Bücher von August Liebmann Mayer an seine Erbin

Datum 08.12.2016

Die Baye­ri­sche Staats­bi­blio­thek hat drei Bü­cher aus dem Be­sitz des jü­di­schen Kunst­his­to­ri­kers Au­gust Lieb­mann Mayer (1885 – 1944) an sei­ne Toch­ter An­ge­li­ka Lieb­mann zu­rück­ge­ge­ben. Bei den Wer­ken han­delt es sich um NS-Raub­gut.

Mayer wur­de 1944 ver­haf­tet, nach Ausch­witz de­por­tiert und dort er­mor­det. Ein Groß­teil sei­ner Bi­blio­thek gilt als ver­schol­len. Die drei nun re­sti­tu­ier­ten Bü­cher des Kunst­his­to­ri­kers ka­men um 1939 als „Schen­kung“ der Ge­sta­po in die Baye­ri­sche Staats­bi­blio­thek. Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass ur­sprüng­lich ei­ne grö­ße­re An­zahl sei­ner Bü­cher an die Baye­ri­sche Staats­bi­blio­thek ge­kom­men war und die­se wahr­schein­lich beim Brand 1943 zu­sam­men mit den Be­stän­den des Kunst­le­se­saals ver­nich­tet wur­den.

Au­gust Lieb­mann Mayers Toch­ter hat die drei Wer­ke der Staats­bi­blio­thek als Schen­kung über­las­sen. Sie sind so­mit wei­ter­hin im Be­stand der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek aus­leih­bar. Durch spe­zi­ell ge­fer­tig­te Ex­li­bris wird je­der Nut­zer der Bü­cher an die Ge­schich­te Au­gust Lieb­mann Mayers und die Her­kunft der Ti­tel er­in­nert.

Die Bü­cher sind im Rah­men der Pro­ve­ni­enz­for­schung an der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek iden­ti­fi­ziert wor­den. Seit 2003 sucht die Bi­blio­thek in ih­ren Be­stän­den nach NS-Raub­gut und wird da­bei seit 2013 auch von der Ar­beits­stel­le für Pro­ve­ni­enz­for­schung (jetzt: Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg) mit­tels ei­ner Pro­jekt­för­de­rung un­ter­stützt.

In­for­ma­tio­nen zur NS-Raub­gut­for­schung an der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek