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Restitution: Staatsbibliothek zu Berlin gibt 384 Bände an Potsdamer Freimaurer-Loge zurück

Datum 17.06.2016

Die Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin hat in ih­ren Be­stän­den 384 Bän­de aus dem Be­sitz der Pots­da­mer Frei­mau­rer­lo­ge „Teu­to­nia zur Weis­heit“ iden­ti­fi­ziert und die Bü­cher an die Lo­ge zu­rück­ge­ge­ben. Bei den Bän­den han­delt es sich um NS-Raub­gut. Die Di­rek­to­rin der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin, Bar­ba­ra Schnei­der-Kempf, wird der Lo­ge die Bän­de sym­bo­lisch am 23. Ju­ni in Pots­dam über­rei­chen.

Die 1809 ge­grün­de­te Lo­ge be­saß in ih­rem Haus in der Kur­fürs­ten­stra­ße ei­ne Bi­blio­thek mit rund 2300 Bän­den, die sich die Bür­ger von Pots­dam kos­ten­los aus­lei­hen konn­ten. Nach der Macht­über­nah­me durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wur­de die Lo­ge 1935 ge­schlos­sen, In­ven­tar und Ver­mö­gen wur­den be­schlag­nahmt. 1991 wur­de die Lo­ge neu ge­grün­det.

Die Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin ist bei der Er­for­schung ih­rer Be­stän­de auf NS-Raub­gut sehr ak­tiv: Mit der Un­ter­stüt­zung der Ar­beits­stel­le für Pro­ve­ni­enz­for­schung, jetzt Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te, führ­te sie be­reits ein lang­fris­ti­ges Pro­jekt durch, mit dem ca. 11.000 als be­son­ders ver­däch­tig be­wer­te­te Zu­gän­ge im Druck­schrif­ten­be­stand der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin sys­te­ma­tisch auf­ge­ar­bei­tet wur­den. Noch bis 2017 för­dert das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te dar­über hin­aus ein Pro­jekt der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin, mit dem die We­ge von NS-Raub­gut nach 1945 er­forscht wer­den.

Frei­mau­rer-Lo­ge „Teu­to­nia zur Weis­heit“

Pro­jekt­be­schrei­bun­gen