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Kunstmuseum Gelsenkirchen und Museum Folkwang Essen starten Projekt zur Provenienzforschung

Datum 10.07.2017

Das Kunst­mu­se­um Gel­sen­kir­chen und das Mu­se­um Folk­wang Es­sen star­ten ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt zur Pro­ve­ni­enz­for­schung. Da­mit sol­len die­je­ni­gen Wer­ke in bei­den Samm­lun­gen un­ter­sucht wer­den, die bei der Kunst­händ­ler­fa­mi­lie Abels (Köln, Dres­den) er­wor­ben wur­den. Das Pro­jekt wird vom Deut­schen Zen­trum für Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­dert.

Im Fo­kus steht die Fra­ge, ob ein NS-ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug vor­lie­gen könn­te. Die Köl­ner Ga­le­ri­en von Her­mann und Aen­ne Abels wa­ren bis En­de der 1960er Jah­re prä­gend für den Rhei­ni­schen Kunst­markt: bei­de Ga­le­ri­en ver­kauf­ten u.a. im Rhein­land, im Ruhr­ge­biet und in West­fa­len an zahl­rei­che Mu­se­en Kunst des 19. Jahr­hun­derts, des Im­pres­sio­nis­mus und der Klas­si­schen Mo­der­ne. Weil Her­mann und von Aen­ne Abels wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs und nach 1945 un­un­ter­bro­chen han­deln konn­ten, und auf­grund von ent­spre­chen­den Ver­dachts­mo­men­ten, wer­den Er­wer­bun­gen mit die­ser Pro­ve­ni­enz auf NS-Raub­gut über­prüft.

Das Pro­jekt strebt au­ßer­dem an, ei­ne Da­ten­bank al­ler zwi­schen 1933 und 1968 ge­han­del­ten Kunst­wer­ke der Ga­le­ri­en Abels auf­zu­bau­en, die sich noch heu­te in den bei­den Mu­se­en be­fin­den. Da­mit wird ein di­gi­ta­les und ak­tua­li­sier­ba­res Find­mit­tel ge­schaf­fen, das für die Pro­ve­ni­enz­for­schung lang­fris­tig und nach­hal­tig zur Ver­fü­gung steht.