Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Lehmbruck Museum restituiert Nolde-Gemälde – Zentrum förderte Forschungsarbeiten

Datum 11.07.2017

Die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg hat das Gemälde „Frauen im Blumengarten“ von Emil Nolde an die Erben der ehemaligen Eigentümer zurückgegeben. Die Restitution ist das Ergebnis eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg geförderten, sechsmonatigen Forschungsprojekts.

Da es bereits seit längerer Zeit Restitutionsansprüche bezüglich des Gemäldes gab, hat sich das Kuratorium der Stiftung dazu entschieden, einen Antrag auf Förderung der notwendigen Forschungsarbeiten beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste zu stellen. Zielsetzung der Recherche war es, die Identität des Objekts zu sichern und die Umstände des NS-verfolgungsbedingten Verkaufs zu überprüfen. Die Forschungsarbeiten haben zweifelsfrei ergeben, dass es sich bei dem Gemälde um NS-Raubgut handelt. Demzufolge beschloss das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, das Werk an die rechtmäßigen Erben zurückzugeben.

Anfang 1942 war der jüdische Kunstsammler Eduard Müller im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden. Kurz darauf versuchte seine Ehefrau Rita Müller die Flucht, zu deren Finanzierung sie u.a. das Nolde-Werk verkaufte. Doch sie erlitt das gleiche Schicksal wie ihr Ehemann. Ihr Sohn konnte noch 1938 von Prag aus emigrieren. Das Gemälde wurde dann 1958 von der Stadt Duisburg mit Unterstützung der Wohnungsbau AG für 40.000 DM im Kunsthandel erworben. Nun sind es die Urenkel des Sammlerehepaares Müller, die es zurückerhalten.

Pressemitteilung der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum

Emil Nolde, „Frauen im Blumengarten“, 1916 Emil Nolde, „Frauen im Blumengarten“, 1916 Emil Nolde, „Frauen im Blumengarten“, 1916 Quelle:  Nolde Stiftung Seebüll, Foto: Britta Lauer