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Berlinische Galerie restituiert fünfteiligen Gemäldezyklus

Datum 19.07.2017

Die Ber­li­ni­sche Ga­le­rie hat heu­te ei­nen fünf­tei­li­gen Ge­mäl­de­zy­klus des Ma­lers Fi­dus (bür­ger­lich Hu­go Höp­pe­ner) an die recht­mä­ßi­gen Er­ben des ur­sprüng­li­chen Ei­gen­tü­mers Ri­chard Neu­häu­ser re­sti­tu­iert. Bei dem Werk „Tem­pel­tanz der See­le“ han­delt es sich um NS-Raub­gut. Die Ga­le­rie konn­te den Ge­mäl­de­zy­klus von den Er­ben er­wer­ben, so­dass er der Öf­fent­lich­keit wei­ter zur Ver­fü­gung steht.

Der Kauf­mann Ri­chard Neu­häu­ser (1882-1935) hat den „Tem­pel­tanz“ 1910 in Auf­trag ge­ge­ben. Nach 1933 wur­de die Fa­mi­lie auf­grund ih­rer jü­di­schen Her­kunft von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt. Kurz nach dem Er­lass der Nürn­ber­ger Ras­se­ge­set­ze im Sep­tem­ber 1935 nahm sich Neu­häu­ser das Le­ben. Der Zy­klus ging an sei­ne Toch­ter, Ga­brie­le Neu­häu­ser, die 1937 nach Aus­tra­li­en flie­hen und ihn zu­rück­las­sen muss­te. 1974 kauf­te die Ber­li­ni­sche Ga­le­rie das Werk, das zu den ers­ten Er­wer­bun­gen der zu die­ser Zeit noch in der Grün­dung be­find­li­chen Ga­le­rie zähl­te.

Seit 2006 be­treibt die Ber­li­ni­sche Ga­le­rie Pro­ven­ienz­re­cher­che und er­forscht in ih­ren Künst­ler-Ar­chi­ven den Kunst­han­del der Mo­der­ne, um Wer­ke auf­zu­spü­ren, die NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wur­den. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te hat die Ber­li­ni­sche Ga­le­rie be­reits mit der För­de­rung ei­nes lang­fris­ti­gen so­wie ei­nes kurz­fris­ti­gen Pro­jekts un­ter­stützt.

Pres­se­mit­tei­lung der Ber­li­ni­schen Ga­le­rie

Fund­mel­dung der Ber­li­ni­schen Ga­le­rie in der Lost Art-Da­ten­bank