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Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gibt Wagner-Buch an Erben von Fanny Mann zurück

Datum 03.03.2017

Die Staats- und Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Bre­men (Su­UB) hat ein Buch mit Brie­fen Ri­chard Wag­ners an die Er­ben der ur­sprüng­li­chen Ei­gen­tü­me­rin, Fan­ny Mann aus Ulm, zu­rück­ge­ge­ben. Bei dem Werk han­delt es sich um NS-Raub­gut. Die Re­sti­tu­ti­on ist das Er­geb­nis ei­nes vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ge­för­der­ten For­schungs­pro­jekts.

Das jü­di­sche Ehe­paar Fan­ny und Sieg­fried Mann floh nach der Po­grom­nacht im No­vem­ber 1938 in die USA. Ihr Um­zugs­gut ver­schiff­ten sie über Ham­burg und Bre­men. Der Bre­mer Teil wur­de von der Ge­sta­po be­schlag­nahmt und spä­ter ver­stei­gert. Das Buch von Fan­ny Mann war im Mai 1942 von der da­ma­li­gen Staats­bi­blio­thek Bre­men im Rah­men der so ge­nann­ten „Ju­den-Auk­ti­on“ ge­kauft und in den Be­stand auf­ge­nom­men wor­den. Be­reits An­fang der 1990er Jah­re wur­de sei­ne Her­kunft bei den da­ma­li­gen Pro­ve­ni­enz-Re­cher­chen der Bi­blio­thek ent­deckt und do­ku­men­tiert. Das Au­to­gramm lie­fer­te sei­ner­zeit al­ler­dings kei­ne Hin­wei­se dar­auf, wer Fan­ny Mann ge­we­sen ist. Erst im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te im Rah­men des vom Zen­trum ge­för­der­ten Pro­jekts die Iden­ti­tät von Fan­ny Mann ge­klärt wer­den. Ent­schei­dend hier­bei war die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum Obe­rer Kuh­berg in Ulm, wel­ches auch bei der Kon­takt­auf­nah­me mit den En­keln von Fan­ny Mann be­hilf­lich war.

Auf Wunsch der Fa­mi­lie über­gibt die Su­UB Bre­men das Buch dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum Obe­rer Kuh­berg in Ulm. Dort wird es als Teil des Nach­las­ses der Fa­mi­lie für die For­schung zur Ver­fü­gung ste­hen.

Pro­jekt­be­schrei­bung

In­for­ma­tio­nen zum Pro­jekt „NS-Raub­gut“ auf der Web­si­te der Su­UB Bre­men

Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum Obe­rer Kuh­berg in Ulm