Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Zentrum und Erben unterstützen Projekt zur Rekonstruktion der Mosse-Sammlung

Datum 08.03.2017

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg und die Er­ben­ge­mein­schaft des deut­schen Kunst­samm­lers und Zei­tungs­ver­le­gers Ru­dolf Mos­se (1843 bis 1920) fi­nan­zie­ren ge­mein­sam ein Pro­jekt, mit dem der Ver­bleib von ent­zo­ge­nen Wer­ken aus der Samm­lung des Mä­zens und die nä­he­ren
Um­stän­de des Ent­zugs er­forscht wer­den sol­len. Erst­mals ge­hen da­mit öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land und Nach­fah­ren der Op­fer na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­fol­gung ei­ne Part­ner­schaft in der Pro­ve­ni­enz­for­schung ein.

Ziel des Pro­jek­tes ist es, her­aus­zu­fin­den, wel­che Wer­ke aus der Samm­lung Mos­se noch exis­tie­ren und wo sie sich be­fin­den. Auch die ge­nau­en Ver­lu­s­tum­stän­de wäh­rend des NS-Re­gimes sol­len ge­klärt, und Rück­schlüs­se auf das Ver­wer­tungs­sys­tem von ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut in der Früh­pha­se des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Re­gimes ge­won­nen wer­den.

Der deutsch-jü­di­sche Ver­le­ger, Kunst­samm­ler und Phil­an­trop Ru­dolf Mos­se zähl­te zu den ein­fluss­reichs­ten Ak­teu­ren der Ber­li­ner Wirt­schaft im Kai­ser­reich und in den An­fän­gen der Wei­ma­rer Re­pu­blik. Die Fa­mi­lie Mos­se wur­de nach der Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten zur Flucht aus Deutsch­land ge­zwun­gen. Die nach der Emi­gra­ti­on zu­rück­ge­las­se­nen Be­sitz­tü­mer wur­den 1934 zwangs­ver­stei­gert.

Das Zen­trum för­dert die For­schungs­ar­bei­ten zu­nächst für zwei Jah­re mit ei­nem Vo­lu­men von über 300 000 Eu­ro. Das Pro­jekt ist am Kunst­his­to­ri­schen In­sti­tut der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin (FU) an­ge­sie­delt und wird von der Kul­tur­stif­tung der Län­der, den Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin – Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz, der Stif­tung Jü­di­sches Mu­se­um Ber­lin und dem Lan­des­ar­chiv Ber­lin un­ter­stützt.

Pres­se­mit­tei­lung der FU Ber­lin