Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Zwischenergebnis: Verdacht auf NS-Raubgut in Görlitzer Sammlungen in 30 Fällen

Datum 21.03.2017

Die Gör­lit­zer Samm­lun­gen für Ge­schich­te und Kul­tur sind im Rah­men ei­ner durch das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ge­för­der­ten Su­che nach NS-Raub­gut in den ei­ge­nen Be­stän­den auf rund 30 Ver­dachts­fäl­le ge­sto­ßen. Da­bei han­delt es sich um Ob­jek­te der Ma­le­rei, Gra­phik und der an­ge­wand­ten Kunst. Ins­ge­samt sind bei den Re­cher­chen so­gar 300 Ver­dachts­fäl­le auf­ge­taucht, von de­nen der größ­te Teil al­ler­dings als Kriegs­ver­lust ein­ge­stuft wird und sich nicht mehr in den Samm­lun­gen be­fin­det.

Das Pro­jekt, das seit Ju­li 2016 läuft, zielt dar­auf ab, sämt­li­che Neu­er­wer­bun­gen aus den Jah­ren 1933 bis 1945 sys­te­ma­tisch auf NS-Raub­gut zu er­for­schen. Die Er­geb­nis­se des For­schungs­pro­jekts wer­den in der vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­be­nen Lost Art-Da­ten­bank ver­öf­fent­licht.

Be­reits seit den 1990er Jah­ren weiß man in den Gör­lit­zer Samm­lun­gen, dass Ob­jek­te in ih­ren Be­stän­den wäh­rend der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zum Teil un­ter un­recht­mä­ßi­gen Um­stän­den er­wor­ben wur­den. Ein­zel­ne Kunst­wer­ke, wie zwei Ge­mäl­de von Lo­vis Co­rinth und Max Sle­vogt, wur­den vor ei­ni­gen Jah­ren be­reits an die recht­mä­ßi­gen Er­ben der Samm­ler, de­nen sie einst ge­hör­ten, re­sti­tu­iert.

Gör­lit­zer Samm­lun­gen für Ge­schich­te und Kul­tur

Historisches Inventarbuch der früheren Städtischen Kunstsammlungen Görlitz aus dem Jahr 1937 Historisches Inventarbuch der früheren Städtischen Kunstsammlungen Görlitz aus dem Jahr 1937 Historisches Inventarbuch der früheren Städtischen Kunstsammlungen Görlitz aus dem Jahr 1937 Quelle:  Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur