Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Mobile Vitrine der Klassik Stiftung Weimar präsentiert Provenienzergebnisse zum Fall Jenny Fleischer

Datum 04.05.2017

In ei­ner mo­bi­len Vi­tri­ne zeigt die Klas­sik Stif­tung seit die­ser Wo­che im Foy­er des Stadt­schlos­ses den Fall der Jen­ny Flei­scher.

Die Vi­tri­ne prä­sen­tiert ex­em­pla­risch je­weils ein Ob­jekt, das Pro­ve­ni­enz­for­scher als NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut iden­ti­fi­ziert ha­ben, be­leuch­tet die Ver­fol­gungs­schick­sa­le der frü­he­ren Ei­gen­tü­mer und do­ku­men­tiert die Re­cher­chen.

Die in 1863 in Press­burg (Bra­tis­la­va) ge­bo­re­ne Jü­din Jen­ny Flei­scher-Alt be­ging 1942 an­ge­sichts der dro­hen­den De­por­ta­ti­on durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten Selbst­mord. Den aus wert­vol­len Mö­beln und Kunst­wer­ken be­ste­hen­de Nach­lass be­hiel­ten die NS-Be­hör­den dem tes­ta­men­ta­risch be­dach­ten Er­ben, Flei­schers Nef­fen, vor. An­schlie­ßend wur­de der Nach­lass ver­stei­gert und Tei­le dar­aus von Walt­her Schei­dig, dem Di­rek­tor der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen zu Wei­mar, für die Samm­lun­gen er­wor­ben.

Die Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen zu Wei­mar, in de­ren In­sti­tut­s­ar­chiv Hin­wei­se auf den Fall Jen­ny Flei­scher ge­fun­den wur­den, ge­hö­ren seit 2003 zur Klas­sik Stif­tung. Da es sich bei die­sen Ob­jek­ten ein­deu­tig um NS-Raub­gut han­delt, sucht die Klas­sik Stif­tung ge­gen­wär­tig nach an­spruchs­be­rech­tig­ten Er­ben Jen­ny Flei­schers.

Be­reits seit ei­ni­gen Jah­ren un­ter­sucht die Klas­sik Stif­tung Wei­mar ih­re Be­stän­de sys­te­ma­tisch auf NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­ne Kul­tur­gü­ter. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te hat die­se Pro­ve­ni­enz­re­cher­chen mehr­fach mit ei­ner Pro­jekt­för­de­rung un­ter­stützt.

Die Mo­bi­le Vi­tri­ne mit dem Fall Jen­ny Flei­scher ist bis En­de Ju­li 2017 zu se­hen.

Der Fall Jen­ny Flei­scher im Blog der Klas­sik Stif­tung Wei­mar