Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Kulturstaatsministerin Grütters restituiert weitere NS-Raubkunst aus dem Kunstfund Gurlitt

Datum 18.05.2017

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat in Absprache mit dem Kunstmuseum Bern ein weiteres Werk aus dem Kunstfund Gurlitt restituiert. Das Gemälde „La Seine, vue du Pont-Neuf, au fond le Louvre“ von Camille Pissarro wurde Anfang dieser Woche nach Frankreich zurückgegeben. Das Bild war dem in Paris lebenden französischen Unternehmer Max Heilbronn im Jahr 1942 vom NS-Regime entzogen worden.

Monika Grütters erklärte: „Es ist gut, dass wir auch dieses Werk zurückgeben konnten. Jede Rückgabe eines geraubten Kunstwerks ist ein Baustein zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dies sind wir den Opfern der Nationalsozialisten und deren Nachfahren schuldig, denn hinter jeder Geschichte eines Kulturguts steht das Schicksal der Menschen.“

Die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ hatte das Werk schon Anfang 2015 als NS-Raubkunst identifiziert. Die Restitution konnte aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Erbfolge nach Cornelius Gurlitt lange Zeit nicht erfolgen. Erst im Dezember 2016 hatte das Oberlandesgericht München abschließend entschieden, dass das Erbe dem Kunstmuseum Bern zusteht, und damit den Weg für die Restitution freigemacht. Die Bundesrepublik Deutschland nimmt die Restitutionen vor, wie in der Vereinbarung vom 24.11.2014 zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und der Stiftung Kunstmuseum Bern als testamentarischem Erben von Cornelius Gurlitt festgelegt.

Am 20. Februar 2017 war durch Kulturstaatsministerin Grütters bereits eine Zeichnung Adolph von Menzels aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt an die Nachkommen der ursprünglichen Eigentümerin übergeben worden.