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Restitution: Museum Lüneburg gibt zwei Museumsobjekte an Erben nach Hirsch Lengel zurück

Datum 20.05.2017

Das Mu­se­um Lü­ne­burg und der Mu­se­ums­ver­ein für das Fürs­ten­tum Lü­ne­burg ha­ben heu­te zwei Stücke aus Lei­nen­da­mast an die Er­ben des jü­di­schen Kauf­manns Hirsch Len­gel zu­rück­ge­ge­ben. Bei ih­nen han­delt es sich um NS-Raub­gut.

Hirsch Len­gel und sei­ne Fa­mi­lie wur­de von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt. Ab Som­mer 1937 war es ihm ver­bo­ten, sei­ne Ge­schäf­te zu füh­ren; spä­ter kam er in ei­nem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger um. Die sys­te­ma­ti­sche Pro­ve­ni­enz­for­schung am Mu­se­um Lü­ne­burg hat er­ge­ben, dass der Mu­se­ums­ver­ein die bei­den Ge­we­be­stücke von Hirsch für neun Reichs­mark – ei­nem Preis, der un­ter­halb des üb­li­chen Markt­werts lag – an­kauf­te, kurz be­vor ge­gen ihn ein Be­rufs­ver­bot ver­hängt wur­de.

Mit Hirschs Er­ben so­wie an­de­ren Nach­fah­ren aus den USA und Ka­na­da hat das Mu­se­um Lü­ne­burg 2016 Kon­takt auf­ge­nom­men. Die Fa­mi­lie hat sich für ei­ne Re­sti­tu­ti­on ent­schie­den, möch­te die Ob­jek­te aber bis auf Wei­te­res dem Mu­se­um als Leih­ga­ben über­las­sen.

Das Mu­se­um Lü­ne­burg un­ter­sucht sys­te­ma­tisch in ei­nem vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­ten Pro­jekt die Her­kunft sei­ner Ob­jek­te, die nach 1933 in den Be­stand ge­kom­men sind und bei de­nen ein Ver­dacht auf NS-Raub­gut nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Pro­jekt­be­schrei­bung

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* Hirsch Lengel