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Stadt Wetzlar gibt zwei „Stifterscheiben“ an die Erben nach Ottmar Strauss zurück

Datum 16.10.2017

Die Stadt Wetz­lar hat in der ver­gan­ge­nen Wo­che zwei so­ge­nann­te Stif­ter­schei­ben an die recht­mä­ßi­gen Er­ben nach Ott­mar Strauss re­sti­tu­iert. Im Rah­men der vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg fi­nan­zier­ten Pro­ve­ni­enz­for­schung konn­te fest­ge­stellt wer­den, dass die bei­den Kunst­ge­gen­stän­de wäh­rend der NS-Zeit der Samm­lung des jü­di­schen In­dus­tri­el­len Ott­mar Straus in Köln un­recht­mä­ßig ent­zo­gen wor­den wa­ren.

Be­vor Strauss 1936 of­fi­zi­ell in die Schweiz emi­grier­te, wur­den große Tei­le sei­ner Samm­lung zwi­schen 1934 bis 1935 in drei Auk­tio­nen bei Hu­go Hel­bing in Frank­furt am Main ver­stei­gert. Dort er­warb die Wetz­la­rer Kin­derärz­tin und Samm­le­rin Irm­gard von Lem­mers-Dan­forth die bei­den aus dem 15. Jahr­hun­dert stam­men­den Schei­ben „Kni­en­der Rit­ter“ und „Kni­en­der Ka­no­ni­kus“. Ih­re Samm­lung, dar­un­ter auch die bei­den Schei­ben, hin­ter­ließ sie der Stadt Wetz­lar.

Mit Stif­ter­schei­ben wur­de Ad­li­gen und Bür­gern ge­dacht, die im Mit­tel­al­ter die Kir­chen­ver­gla­sung be­zahl­ten.

Pro­jekt­be­schrei­bung