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Deutsches Meeresmuseum beginnt Provenienzforschung – Zentrum unterstützt mit finanzieller Zuwendung

Datum 04.09.2017

An­fang Sep­tem­ber hat das Deut­sche Mee­res­mu­se­um (Stral­sund) mit ei­nem Pro­jekt zur Pro­ve­ni­enz­for­schung be­gon­nen. Ge­för­dert wird dies vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg.

In­ner­halb des Pro­jekts soll die Fra­ge be­ant­wor­tet wer­den, ob zwi­schen 1933 und 1945 Ob­jek­te mit NS-ver­fol­gungs­be­ding­tem Hin­ter­grund (sog. NS-Raub­gut), vor al­lem aus jü­di­schem Be­sitz, mit der Samm­lung von Ot­to Dib­belt un­recht­mä­ßig in die Be­stän­de der Stral­sun­der Mu­se­en ge­langt sind. Ot­to Dib­belt war der Grün­der des Stral­sun­der Na­tur­kun­de­mu­se­ums, dem spä­te­ren Mee­res­mu­se­um. Als Kol­ber­ger Mu­se­ums­di­rek­tor leg­te Ot­to Dib­belt in den 1930er Jah­ren und bis zur Mit­te der 1940er Jah­re ei­ne um­fang­rei­che na­tur­kund­lich und kul­tur­his­to­ri­sche Samm­lung an, die im Kriegs­ver­lauf nach Stral­sund ge­lang­te. Die­se Samm­lung fand Ein­gang in die Be­stän­de des Deut­schen Mee­res­mu­se­ums und des Stral­sund Mu­se­ums.

Das Mee­res­mu­se­um zielt mit der Er­for­schung sei­ner Ob­jek­te und ih­rer Her­kunft schließ­lich dar­auf ab, die­je­ni­gen Ob­jek­te zu­rück­zu­ge­ben, für die sich ein ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug nach­wei­sen lässt. Die recht­mä­ßi­gen Er­ben sol­len er­mit­telt und ei­ne fai­re und ge­rech­te Lö­sung für die be­tref­fen­den Ob­jek­te ge­mäß den "Grund­sät­zen der Wa­shing­to­ner Kon­fe­renz" und der "Er­klä­rung der Bun­des­re­gie­rung, der Län­der und kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de zur Auf­fin­dung und zur Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­guts" an­ge­strebt wer­den.