Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Kunsthalle zu Kiel gibt Beutegut zurück

Datum 26.09.2017

Die Kunst­hal­le zu Kiel hat kriegs­be­dingt ver­la­ger­tes Kul­tur­gut (sog. Beu­te­gut) an den Staat­li­chen Li­te­ra­tur- und Ar­chi­tek­tur­his­to­ri­schen Mu­se­umspark im sü­drus­si­schen Tag­an­rog zu­rück­ge­ge­ben.

Es han­delt sich da­bei um das 1881 ent­stan­de­ne Werk Wald­wei­her von Va­si­lij Dmi­trie­vič Po­le­nov (1844–1927).

Das Ge­mäl­de wur­de ge­gen En­de der Be­sat­zung Tag­an­rogs durch die deut­sche Wehr­macht im Au­gust 1943 zu­sam­men mit an­de­ren Samm­lungs­stücken aus dem ört­li­chen Mu­se­um an ei­nen un­be­kann­ten Ort ver­bracht. 1959 ge­lang­te das Werk durch die Mün­che­ner Kunst­hand­lung Hag­mann und Gräf in die Samm­lung des Schwein­fur­ter In­dus­tri­el­len Ge­org Schä­fer (1896-1975). 1986 er­warb es der da­ma­li­ge Di­rek­tor der Kunst­hal­le zu Kiel, Jens Chris­ti­an Jen­sen (1928-2013), aus der Samm­lung Schä­fer.

Die Kunst­hal­le iden­ti­fi­zier­te das Werk als Beu­te­gut im Rah­men ei­nes Pro­jekts, das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­dert wird und in dem die Kunst­hal­le ih­re Be­stän­de auf NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut (sog. NS-Raub­gut) un­ter­sucht.

Pres­se­mit­tei­lung der Kunst­hal­le zu Kiel (PDF, 387 KB)

Pro­jekt­be­schrei­bung