Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Uni Potsdam restituiert 500 Jahre altes Buch

Datum 22.02.2018

Die Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Pots­dam hat ein von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ge­raub­tes Buch aus der Ge­lehr­ten­bi­blio­thek der Fa­mi­lie Schor-Fraen­kel an die Er­ben der Ei­gen­tü­mer, Berl und Da­vid Schor, zu­rück­ge­ge­ben. Die Re­sti­tu­ti­on ist das Er­geb­nis ei­nes vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ge­för­der­ten, drei­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jekts.

Mit der Eta­blie­rung des Stu­dien­gangs Jü­di­sche Stu­di­en 1994 und dem Auf­bau ei­nes ent­spre­chen­den Buch­be­stan­des be­gann die 1991 ge­grün­de­te Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Pots­dam, ei­ne ei­ge­ne Ju­dai­ca-Samm­lung auf­zu­bau­en und ne­ben an­ti­qua­ri­schen Ti­teln auch gan­ze Pri­vat­samm­lun­gen an­zu­kau­fen. Da­zu zähl­te un­ter an­de­rem die 1500 Bän­de um­fas­sen­de Bi­blio­thek des nie­der­län­di­schen Rab­bi­ners Prof. Ye­hu­da Asch­ken­asy (1924–2011) aus Ams­ter­dam, durch die das nun zu­rück­ge­ge­be­ne Buch in die Samm­lung der UB ge­langt war.

Im Rah­men des Pro­ve­ni­enz­for­schungs­pro­jek­tes iden­ti­fi­zier­ten die For­scher ein Au­to­gramm von Na­than Fraen­kel so­wie Stem­pel von Ja­cob und Berl Fraenkl aus Tar­now. Die Er­geb­nis­se wur­den in der Pro­ve­ni­enz­for­schungs­da­ten­bank LCA ver­öf­fent­licht, wo die Er­ben in Is­rael sie schließ­lich ent­deck­ten.

Seit dem Jahr 2014 er­forscht die Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Pots­dam sys­te­ma­tisch, ob sich un­ter den ca. 5000 vor 1945 ge­druck­ten Bän­den in ih­rem Be­stand NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut („NS-Raub­gut“) be­fin­det.