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NS-Raubkunst in Görlitzer Sammlungen

Datum 22.02.2018

Die Gör­lit­zer Samm­lun­gen prä­sen­tie­ren vom 17.02.-11.11.2018 ein­deu­tig als NS-Raub­kunst iden­ti­fi­zier­te Kunst­ge­gen­stän­de aus ih­ren Be­stän­den so­wie Re­pro­duk­tio­nen von be­reits re­sti­tu­ier­ten bzw. seit 1945 ver­schol­le­nen Kunst­wer­ken in ei­ner Ka­bi­net­taus­stel­lung in der Ga­le­rie der Mo­der­ne. Die Aus­stel­lung be­ruht auf Er­geb­nis­sen ei­nes zwei­jäh­ri­gen Pro­ve­ni­enz­for­schungs­pro­jek­tes, das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te und der Säch­si­schen Lan­des­stel­le für Mu­se­ums­we­sen un­ter­stützt wur­de.

Das Pro­jekt über­prüf­te rund 1500 Ob­jek­te, wel­che von 1933 bis 1945 die Be­stän­de der da­ma­li­gen Städ­ti­schen Kunst­samm­lun­gen Gör­litz, der heu­ti­gen Gör­lit­zer Samm­lun­gen, er­wei­ter­ten. Ne­ben Schen­kun­gen, Nach­läs­sen und Tausch­ge­schäf­ten ent­deck­ten die For­scher auch „Über­wei­sun­gen aus Schle­si­en“. Hin­ter die­ser Be­zeich­nung ver­ber­gen sich un­recht­mä­ßig be­schlag­nahm­te Kunst­wer­ke jü­di­scher Samm­ler. Im Er­geb­nis konn­ten die Gör­lit­zer Pro­ve­ni­enz­for­scher 150 ein­deu­ti­ge Fun­de und fünf Ver­dachts­fäl­le fest­stel­len. Le­dig­lich 9 der iden­ti­fi­zier­ten Ob­jek­te be­fin­den sich noch im Be­stand der Samm­lun­gen, die rest­li­chen Po­si­tio­nen wer­den als Kriegs­ver­lust de­kla­riert. Die Stadt Gör­litz als Trä­ge­rin des Mu­se­ums und Ei­gen­tü­me­rin der Samm­lungs­gü­ter sieht sich der Wa­shing­to­ner Er­klä­rung von 1998 ver­pflich­tet und wird ver­su­chen, die recht­mä­ßi­gen Er­ben der zwei­fels­frei als NS-Raub­kunst iden­ti­fi­zier­ten Stücke aus­fin­dig zu ma­chen und ih­nen ei­ne Rück­ga­be an­zu­bie­ten. Par­al­lel zur Aus­stel­lung in der Ga­le­rie der Mo­der­ne wer­den die Ent­de­ckun­gen in der Lost-Art-Da­ten­bank des Deut­schen Zen­trums für Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ver­öf­fent­licht.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu der Aus­stel­lung "NS-Rau­bunst in den Gör­lit­zer Samm­lun­gen" fin­den Sie hier.

Sandstreuer in Gestalt eines Mönchs Sandstreuer in Gestalt eines Mönchs Sandsteuer in Gestalt eines Mönchs, um 1780, Fayencemanufaktur Proskau Quelle:  Foto: Kulturhistorisches Museum Görlitz