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Stadtmuseum Tübingen restituiert Tuch mit hebräischer Inschrift – Zentrum förderte Forschungsarbeiten

Datum 11.04.2019

Das Stadt­mu­se­um Tü­bin­gen hat ein Tuch aus den 1920er Jah­ren mit he­bräi­scher In­schrift, bei dem der Ver­dacht auf NS-Raub­gut be­steht, an die Is­rae­li­ti­sche Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft Würt­tem­berg (IRGW) re­sti­tu­iert. Dies ist ein Er­geb­nis ei­nes vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ge­gör­der­ten drei­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jekts.

Wie das ge­web­te Tuch aus Wol­le und Baum­wol­le nach Tü­bin­gen ge­lang­te, ist nicht ge­si­chert. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sol­len es nach der Plün­de­rung der Tü­bin­ger Syn­ago­ge ge­bor­gen und auf­be­wahrt ha­ben. Nach­dem der evan­ge­li­sche Theo­lo­gie-Pro­fes­sor Ot­to Mi­chel im Jahr 1957 das In­sti­tu­tum Ju­dai­cum in Tü­bin­gen ge­grün­det hat­te, ha­ben sie ihm das Tuch über­ge­ben. 1994 hat das Stadt­mu­se­um das Tuch als Ge­schenk von des­sen Wid­we er­hal­ten. Das Mu­se­um hat­te das Tuch 2010 in der Lost Art-Da­ten­bank, die vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­ben wird, als Such­mel­dung ver­zeich­net.

Es er­folg­te ei­ne Rück­ga­be an die IRGW als recht­li­cher Nach­fol­ge­rin der jü­di­schen Ge­mein­de Tü­bin­gen.

Das Tuch soll künf­tig bei Got­tes­diens­ten als Auf­la­ge für den Amud, das Le­se­pult des Vor­be­ters, in der klei­nen Syn­ago­ge in Stutt­gart die­nen. Ein Fo­to da­von wird zu­künf­tig den Aus­stel­lungs­teil zur Tü­bin­ger Syn­ago­ge im Stadt­mu­se­um Tü­bin­gen be­rei­chern.

Von 2015 bis 2018 er­forsch­te das Stadt­mu­se­um sys­te­ma­tisch die Pro­ve­ni­enz von Samm­lungs­ge­gen­stän­den, die im Ver­dacht stan­den, NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut („NS-Raub­gut“) zu sein. Ziel des Pro­jek­tes war es, Ge­gen­stän­de mit be­las­te­ter Her­kunft ge­ge­be­nen­falls zu­rück­zu­ge­ben.

Pres­se­mit­tei­lung des Stadt­mu­se­ums Tü­bin­gen

For­schungs­be­richt zum Tuch mit he­bräi­scher In­schrift

Pro­jekt­be­schrei­bung

Lost Art-Ein­trag

Tuch mit hebräischer Inschrift Tuch mit hebräischer Inschrift Quelle:  Stadtmuseum Tübingen