Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Vorbildlich: Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. betreibt Provenienzforschung

Datum 17.06.2019

Als ei­ner der ers­ten und der größ­ten Freun­des­krei­se der deut­schen Mu­se­ums­land­schaft hat der Ver­ein der Freun­de der Staats­ga­le­rie Stutt­gart mit der sys­te­ma­ti­schen Un­ter­su­chung sei­ner Kunst-Samm­lung auf NS-Raub­gut be­gon­nen. Er wird da­bei durch das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te un­ter­stützt.

„Wir sind sehr er­freut dar­über, dass erst­mals ein pri­va­ter Mu­se­ums­för­der­ver­ein der mo­ra­lisch-ethi­schen Ver­pflich­tung der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en nach­kommt. Die­ses En­ga­ge­ment ist durch­aus als vor­bild­lich zu be­wer­ten“, sagt Gil­bert Lup­fer, wis­sen­schaft­li­cher Vor­stand des Zen­trums.

Ge­grün­det 1906, hat der Ver­ein das Ziel, die Samm­lung der Stutt­gar­ter Staats­ga­le­rie durch An­kauf und Leih­ga­ben von Ge­mäl­den zu be­rei­chern. In 112 Jah­ren konn­te der Ver­ein so mehr als 2.000 Kunst­wer­ke er­wer­ben und sie als Dau­er­leih­ga­be der Staats­ga­le­rie über­las­sen. 183 Kunst­wer­ke, die vor 1945 ent­stan­den sind und nach 1933 vom Ver­ein er­wor­ben wur­den, sol­len nun mit­hil­fe des vom Zen­trum ge­för­der­ten Pro­jekts erst­mals auf NS-Raub­gut un­ter­sucht wer­den.

Da­bei han­delt es sich haupt­säch­lich um Ge­mäl­de und Zeich­nun­gen aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert, dar­un­ter bei­spiels­wei­se hoch­ka­rä­ti­ge Ver­tre­ter der Klas­si­schen Mo­der­ne wie Kä­the Koll­witz, Os­kar Schlem­mer, Lo­vis Co­rinth oder Ro­bert De­lau­n­ay. Ein wei­te­rer An­teil um­fasst Ge­mäl­de und Zeich­nun­gen von be­deu­ten­den Ver­tre­tern der Re­naissance wie Hans Hol­bein d. Ä. oder Al­brecht Dü­rer.

Pro­jekt­be­schrei­bung