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Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt Zeichnung an Nachfahren von Friedrich Guttsmann zurück

Datum 08.05.2019

Die Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz (SPK) hat die Tusch­pin­sel-Zeich­nung „Auf Hid­den­see“ von Ja­kob Phil­ipp Ha­ckert an die Er­ben des jü­di­schen Kauf­manns Fried­rich Gutts­man (1888 bis 1959) zu­rück­ge­ge­ben. Da­bei han­delt es sich um NS-Raub­gut.

Die Zeich­nung ent­deck­te die SPK im Zu­ge ei­ner sys­te­ma­ti­schen Er­for­schung der Be­stän­de des Kup­fer­stich­ka­bi­netts. Die Ar­bei­ten wur­den vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te über drei Jah­re fi­nan­zi­ell un­ter­stützt.

Im Rah­men des Pro­jekts hat­te sich her­aus­ge­stellt, dass Gutts­mann das Blatt vor dem Hin­ter­grund sei­ner Ver­fol­gung durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ver­kauft hat­te. Er ver­lor 1936 auf­grund sei­ner jü­di­schen Ab­stam­mung so­wohl sei­ne Ar­beit als auch sei­ne Woh­nung. Die fi­nan­zi­el­le Not­la­ge, in die er da­durch ge­riet, zwang ihn da­zu, sei­ne Wert­sa­chen - dar­un­ter auch die Ha­ckert-Zeich­nung - zu ver­kau­fen. Im Mai 1939 hat die Na­tio­nal­ga­le­rie die von Gutts­mann an­ge­bo­te­ne Zeich­nung an­ge­kauft. Er über­leb­te die NS-Zeit un­ter an­de­rem we­gen sei­ner als „pri­vi­le­gier­te Misch­ehe“ de­kla­rier­ten Ver­bin­dung mit Hen­ri­et­ta Fran­zis­ka Gutts­mann, geb. Ho­se­mann.

Seit Be­ginn des Pro­jekts zur Pro­ve­ni­enz­for­schung am Kup­fer­stich­ka­bi­nett konn­ten fünf wei­te­re Wer­ke an die Er­ben jü­di­scher Vor­be­sit­zer re­sti­tu­iert wer­den.

Pres­se­mit­tei­lung der Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz

Pro­jekt­be­schrei­bung

Auf Hiddensee, 1764, Feder, Tusche, laviert, Bleistift, von Jakob Philipp Hackert (15.9.1737 - 28.4.1807), Blattmaß 37,2 x 54,0 cm, Inventar-Nr.: SZ Hackert 230 Auf Hiddensee, 1764, Feder, Tusche, laviert, Bleistift, von Jakob Philipp Hackert (15.9.1737 - 28.4.1807), Blattmaß 37,2 x 54,0 cm, Inventar-Nr.: SZ Hackert 230 Auf Hiddensee, 1764, Feder, Tusche, laviert, Bleistift, von Jakob Philipp Hackert (15.9.1737 - 28.4.1807), Blattmaß 37,2 x 54,0 cm, Inventar-Nr.: SZ Hackert 230 Quelle:  Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders