Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Stadtbibliothek Bautzen veröffentlicht Buch zu Projekt-Ergebnissen

Datum 09.05.2019

Die Stadt­bi­blio­thek Baut­zen hat die Er­geb­nis­se ih­rer Pro­ve­ni­enz­for­schung zur Bü­cher­samm­lung des jü­di­schen Un­ter­neh­mer­ehe­paars Edith und Ge­org Tietz in dem Buch „Die We­ge der Bü­cher“ ver­öf­fent­licht. Die For­schungs­ar­bei­ten wur­den vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te im Rah­men ei­ner Pro­jekt­för­de­rung un­ter­stützt.

Ge­org Tietz, In­ha­ber der Her­mann Tietz Wa­ren­häu­ser (HER­TIE), wur­de von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ent­eig­net. Nach der Emi­gra­ti­on der Fa­mi­lie Tietz wur­de de­ren Be­sitz be­schlag­nahmt, spä­ter ver­stei­gert und ver­kauft. Die be­deu­ten­de Bü­cher­samm­lung er­warb 1944 die Reichs­tausch­stel­le des Reichs­mi­nis­te-ri­ums des In­ne­ren und la­ger­te sie in ei­nem ih­rer säch­si­schen Au­ßen­de­pots in der Nä­he von Baut­zen ein. Mit Kriegs­en­de ver­lor sich die Spur der Pri­vat­bi­blio­thek. Auf wel­chen We­gen die Samm­lung in die Bi­blio­thek ge­lang­te, konn­te bis­lang noch nicht fest­ge­stellt wer­den.

Das Buch er­zählt die Ge­schich­te der Pri­vat­bi­blio­thek. Es be­rich­tet da­von, wie die Samm­lung ent­eig­net, ver­wer­tet und ver­bor­gen wur­de. Der Le­ser er­fährt wei­ter­hin, wie die Buch­be­sit­zer 2016 in der Stadt­bi­blio­thek Baut­zen iden­ti­fi­ziert wer­den konn­ten und wie die Stadt heu­te mit der HER­TIE-Samm­lung um­geht.

Die Stadt­bi­blio­thek Baut­zen war die ers­te kom­mu­na­le Bi­blio­thek, die ih­re Be­stän­de auf NS-Raub­gut mit­hil­fe ei­ner För­de­rung des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te un­ter­sucht hat.

Pro­jekt­be­schrei­bung