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Sonderausstellung: Lübecker Museen präsentieren aktuelle Ergebnisse der Provenienzforschung

Datum 13.05.2019

Das Mu­se­um Behn­haus Drä­ger­haus und das St. An­nen Mu­se­um in Lü­beck ha­ben die ge­mein­sa­me Son­deraus­stel­lung „Der Her­kunft auf der Spur – Mu­se­um­s­er­wer­bun­gen in der NS-Zeit“ er­öff­net. Die Aus­stel­lung be­ruht auf Er­geb­nis­sen ei­nes drei­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jek­tes, das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg un­ter­stützt wird.

In dem Pro­jekt wer­den die Be­stän­de, bei de­nen es ei­nen Ver­dacht auf NS-Raub­gut gibt, ei­ner um­fas­sen­den, sys­te­ma­ti­schen Prü­fung un­ter­zo­gen al­le re­le­van­ten Ob­jek­te hin­sicht­lich ih­rer Pro­ve­ni­en­zen er­forscht.

Der wäh­rend der NS-Zeit am­tie­ren­de Mu­se­ums­di­rek­tor Hans Schrö­der kauf­te im ge­sam­ten Deut­schen Reich bis nach Wien für die Lü­becker Mu­se­en ein. Nach der sog. Pal­ma­rum-Nacht im März 1942, in der die Stadt Lü­beck und auch die ver­schie­de­nen Samm­lun­gen ei­nem flä­chen­de­cken­den Bom­ben-An­griff der bri­ti­schen Luft­waf­fe zum Op­fer fie­len, er­hielt Schrö­der ei­ne ho­he Ent­schä­di­gungs­s­um­me, mit der er zahl­rei­che An­käu­fe tä­tig­te. Er kauf­te ins­be­son­de­re bei Kunst­händ­lern in Lü­beck, Ham­burg, Ber­lin, Os­na­brück, Mün­chen und Wien ein, die heu­te für den Han­del mit NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut be­kannt sind. Vor al­lem die­se Ver­dachts­mo­men­te ga­ben An­lass für die ge­naue­re Über­prü­fung der Be­stän­de.

In der Dop­pelaus­stel­lung wer­den ei­ni­ge Er­geb­nis­se der Pro­ve­ni­enz­for­schung ex­em­pla­risch dar­ge­stellt. Au­ßer­dem wer­den Bei­spie­le für be­reits er­folg­te Re­sti­tu­tio­nen von Kul­tur­gü­tern ge­zeigt. Die Aus­stel­lung ist noch bis zum 25. Au­gust zu se­hen.

Pro­jekt­be­schrei­bung

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Aus­stel­lung