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Museumsverband Brandenburg startet fünften „Erstcheck“

Datum 24.04.2020

Um die Su­che nach NS-Raub­gut in Bran­den­burg wei­ter vor­an­zu­trei­ben, star­tet der Mu­se­ums­ver­band des Lan­des Bran­den­burg e.V. ein wei­te­res „Erst­check“-Pro­jekt in drei bran­den­bur­gi­schen Mu­se­en. Un­ter­stützt wird der Ver­band da­bei vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg mit ei­ner fi­nan­zi­el­len Zu­wen­dung. Es ist be­reits der fünf­te „Erst­check“, den der Mu­se­ums­ver­band in Bran­den­burg um­setzt.

Ziel ist es, fest­zu­stel­len, ob ein Ver­dacht auf NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut („NS-Raub­gut“) in den je­wei­li­gen Samm­lungs­be­stän­den vor­liegt. Mit dem „Erst­check“ kann dann der Be­darf an ei­ner wei­ter­ge­hen­den, lang­fris­ti­gen Pro­ve­ni­enz­for­schung er­mit­telt oder auch aus­ge­schlos­sen wer­den. Die im Rah­men des Pro­jek­tes ge­won­ne­nen Er­geb­nis­se ver­spre­chen zu­dem neue Er­kennt­nis­se über die Mu­se­en und ih­re Samm­lun­gen so­wie über die ört­li­chen Ak­teu­re und de­ren Netz­wer­ke in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus.

„Der Mu­se­ums­ver­band Bran­den­burg hat das Mo­dell des Erst­checks er­folg­reich eta­bliert, so­dass es nun­mehr auch in an­de­ren Bun­des­län­dern an­ge­wandt wird. Der Ver­band spielt da­mit ei­ne Vor­rei­ter­rol­le auch über die Lan­des­gren­zen hin­weg“, sag­te Uwe Hart­mann, Lei­ter des Fach­be­reichs Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te.

Seit 2012 ha­ben ins­ge­samt 22 vor al­lem mitt­le­re und klei­ne Mu­se­en in Bran­den­burg an ei­nem der vor­an­ge­gan­ge­nen Erst­check-Pro­jek­te zur Er­for­schung kri­ti­scher Pro­ve­ni­en­zen aus der NS-Zeit teil­ge­nom­men. Im Mit­tel­punkt ste­hen die­ses Mal das Mu­se­um Oder-Spree (ehe­mals Re­gio­nal­mu­se­um Burg Bees­kow), das Kreis­mu­se­um Bad Lie­ben­wer­da (Mit­tel­deut­sches Ma­rio­net­ten­thea­ter­mu­se­um) und das Mu­se­um „Mühl­berg 1547“.

Pro­jek­te des Mu­se­ums­ver­ban­des des Lan­des Bran­den­burg e. V.