Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Baden-Württemberg findet faire und gerechte Lösung für das Gemälde „Pferdestall“

Datum 11.08.2020

Das Land Ba­den-Würt­tem­berg hat für das Ge­mäl­de „Pfer­de­stall“, bei dem es sich um NS-Raub­gut han­delt, ei­ne Aus­gleichs­zah­lung in Hö­he des ak­tu­el­len Markt­wer­tes des Bil­des von Franz Krü­ger mit den Er­ben der Fa­mi­lie Som­mer­guth ver­ein­bart. Durch die Aus­gleichs­zah­lung, die nach den „Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en“ ei­ne „ge­rech­te und fai­re Lö­sung“ dar­stellt, er­mög­licht das Kunst­mi­nis­te­ri­um den Ver­bleib in der Kunst­hal­le Karls­ru­he.

Die ur­sprüng­li­chen Ei­gen­tü­mer wa­ren zur Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ge­zwun­gen, das Ge­mäl­de zu ver­äu­ßern, um die ge­gen­über jü­di­schen Bür­ger:in­nen er­ho­be­nen dis­kri­mi­nie­ren­den Steu­er­ab­ga­ben be­glei­chen zu kön­nen.

1972 ge­lang­te das Kunst­werk dann in den Be­sitz der Kunst­hal­le Karls­ru­he, der die Her­kunft des Bil­des nicht be­kannt war. Durch aus­führ­li­che Pro­ve­ni­enz­for­schung sei­tens der Kunst­hal­le Karls­ru­he wie auch des Ho­lo­caust Claims Pro­ces­sing Of­fi­ce, New York (HC­PO) konn­te die His­to­rie 2020 ge­klärt wer­den.

Be­reits im Mai war die güt­li­che Ei­ni­gung über das Ge­mäl­de auf Vor­schlag der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Kunst­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er vom Mi­nis­ter­rat ge­bil­ligt wor­den, da Al­fred und Ger­tru­de Som­mer­guth nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt wur­den und ge­zwun­gen wa­ren, ih­re Kunst­samm­lung un­ter dem Druck der Ver­fol­gung zu ver­äu­ßern.

Zu dem Ge­mäl­de gibt esei­ne Such­mel­dung in der vom­Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te­be­trie­be­nen und öf­fent­lich zu­gäng­li­chen­Lost Art-Da­ten­bank (Lost Art-ID: 275985).

Pres­se­mit­tei­lung des Mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, For­schung und Kunst Ba­den-Würt­tem­berg