Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Film des Museums für Kommunikation Berlin zur Provenienzforschung

Datum 13.08.2020

Das Mu­se­um für Kom­mu­ni­ka­ti­on Ber­lin hat auf You­tu­be ei­nen Film über sein Pro­jekt zur Pro­ve­ni­enz­for­schung ver­öf­fent­licht, das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­dert wird.

Im Mit­tel­punkt des Films steht ei­ne be­son­de­re Ob­jekt­grup­pe: Druck­stö­cke zur Her­stel­lung von Brief­mar­ken der In­sel Hel­go­land zwi­schen 1867 und 1890. Ins­ge­samt muss­ten in die­sem Fall 340 Ob­jek­te ein­zeln aus­ge­wer­tet und über­prüft wer­den.

Ein Groß­teil der Stö­cke wur­de 1879 an den jü­di­schen Brief­mar­ken­händ­ler Ju­li­us Gold­ner in Ham­burg ver­kauft. Im Zu­ge der „Ari­sie­rung“ jü­di­scher Brief­mar­ken­hand­lun­gen in Ham­burg wur­den die Ob­jek­te 1939 be­schlag­nahmt und an das Reichspost­mu­se­um über­ge­ben. Im Rah­men der For­schung konn­te er­mit­telt wer­den, dass 263 Druck­stö­cke der Fa­mi­lie Gold­ner ge­hör­ten – und es sich so­mit um NS-Raub­gut han­delt –, die rest­li­chen 77 je­doch le­gi­tim im Be­sitz des Mu­se­ums sind.

Der­zeit führt das Mu­se­um Ge­sprä­che mit den Er­ben der Fa­mi­lie Gold­ner, um ei­ne ge­rech­te und fai­re Lö­sung ge­mäß der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en von 1998 zu er­zie­len.

Das Mu­se­um für Kom­mu­ni­ka­ti­on wird von der Mu­se­ums­s­tif­tung Post und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on ge­tra­gen. Die his­to­ri­sche Samm­lung der Stif­tung, die auf das 1872 in Ber­lin ge­grün­de­te Reichspost­mu­se­um zu­rück­geht, weist heu­te ein wei­tes Feld an un­ter­schied­li­chen Ob­jekt­gat­tun­gen auf, dar­un­ter Brief­mar­ken, Kunst, Ob­jek­te aus dem tech­ni­schen Be­reich und Uni­for­men.

Die Druck­stö­cke von Hel­go­land: Pro­ve­ni­enz­for­schung am Mu­se­um für Kom­mu­ni­ka­ti­on Ber­lin

Pro­jekt­be­schrei­bung