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Kunstmuseum Stuttgart restituiert NS-Raubgut an Erben der Familie Marx

Datum 13.02.2020

Das Kunst­mu­se­um Stutt­gart hat das Ge­mäl­de »Gre­te Marx« (1915) von Bern­hard Pan­kok an die Er­ben von Ba­bet­te Marx als recht­mä­ßi­ge Ei­gen­tü­mer zu­rück­ge­ge­ben. Aus die­sem An­lass reis­te die Fa­mi­lie Marx, die in Is­rael und den USA lebt, nach Stutt­gart. Das Werk wur­de von der Stadt Stutt­gart für die Samm­lung des Kunst­mu­se­ums zu­rück­ge­kauft.

Die Ga­le­rie der Stadt Stutt­gart er­warb das Öl­por­trät 1980 vom Kunst­haus Büh­ler als »Mäd­chen­bild­nis« bzw. »Toch­ter des Künst­lers«, als sol­ches wur­de es auch in­ven­ta­ri­siert. Die auf dem Bild Dar­ge­stell­te war die Toch­ter des Fa­bri­kan­ten Eduard Marx (1854–1904) und sei­ner Ehe­frau Ba­bet­te.
Erst 2018 fand das Mu­se­um her­aus, dass die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten das Ge­mäl­de der jü­di­schen Fa­bri­kan­ten­wit­we Ba­bet­te Marx geb. Roth­schild ent­zo­gen ha­ben: Sie muss­te sich höchst­wahr­schein­lich bei ei­nem Zwangs­um­zug da­von tren­nen. Ba­bet­te Marx starb 1942 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger The­re­si­en­stadt, ih­re vier Kin­der über­leb­ten den Ho­lo­caust. Sie sind mitt­ler­wei­le ver­stor­ben – es gibt je­doch Nach­fah­ren der Fa­mi­lie in Is­rael und in den USA, die das Kunst­mu­se­um Stutt­gart kon­tak­tiert hat, um mit ih­nen ei­ne ge­rech­te und fai­re Lö­sung zu fin­den. Dies er­mög­lich­te es, das Werk an die Er­ben zu re­sti­tu­ie­ren und von ih­nen zu­rück­zu­kau­fen.

Das Kunst­mu­se­um hat 2014 da­mit be­gon­nen, die Her­kunft der ab 1933 er­wor­be­nen und bis 1945 ent­stan­de­nen Ob­jek­te auf NS-Raub­gut zu prü­fen. Über drei Jah­re wur­de es da­bei vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ge­för­dert.

Pres­se­mit­tei­lung des Kunst­mu­se­ums Stutt­gart

Pro­jekt­be­schrei­bung

Bernhard Pankok, Grete Marx, 1915 Bernhard Pankok, Grete Marx, 1915 Bernhard Pankok, Grete Marx, 1915 Quelle:  Kunstmuseum Stuttgart