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Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung beginnt mit Provenienzforschung

Datum 06.07.2020

Die Bi­blio­thek der Fried­rich-Ebert-Stif­tung be­ginnt ein ers­tes – vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­tes – Pro­jekt im Be­reich Pro­ve­ni­enz­for­schung. Im Fo­kus des Pro­jekts steht die Su­che nach NS-Raub­gut im Grün­dungs­be­stand der Bi­blio­thek. Ins­ge­samt wer­den knapp 18.000 Bü­cher auf ih­re Pro­ve­ni­en­zen über­prüft.

„Die Re­cher­chen zu ei­ner Spe­zi­al­bi­blio­thek stel­len im Be­reich der Pro­ve­ni­enz­for­schung noch ein De­si­de­rat dar, wes­halb wir die­ses Pro­jekt be­son­ders be­grü­ßen“, sagt Gil­bert Lup­fer, Vor­stand des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te.

Als Nach­fol­ge­ein­rich­tung steht die Bi­blio­thek der Fried­rich-Ebert-Stif­tung in di­rek­ter Tra­di­ti­on der 1933 durch das NS-Re­gime be­schlag­nahm­ten und zer­schla­ge­nen SPD-Par­tei­bi­blio­thek. Nach dem Ver­bot der SPD 1933 exis­tier­te bis Kriegs­en­de 1945 kei­ne so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei­bi­blio­thek. Die Bi­blio­theks­be­stän­de wur­den be­schlag­nahmt, auf­ge­teilt und zum Teil ver­nich­tet. Erst nach dem En­de der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Dik­ta­tur be­gann die SPD-Par­tei­füh­rung mit dem Wie­der­auf­bau der Par­tei­bi­blio­thek. Die Bi­blio­thek der Fried­rich-Ebert-Stif­tung über­nahm die­se neu­auf­ge­bau­te Par­tei­bi­blio­thek zu ih­rer Grün­dung 1969 und er­gänz­te sie durch zahl­rei­che an­ti­qua­ri­sche Ein­käu­fe. Die zwi­schen 1969 und 1977 ein­ge­kauf­ten und über­nom­me­nen Bü­cher stel­len heu­te den so­ge­nann­ten ‚Grün­dungs­be­stand‘ der im Ar­chiv der so­zia­len De­mo­kra­tie ein­ge­rich­te­ten Bi­blio­thek dar.

Bei ei­ner ex­em­pla­ri­schen Über­prü­fung konn­ten be­reits ers­te Ver­dachts­fäl­le er­mit­telt wer­den. Für ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­tes NS-Raub­gut sol­len im Sin­ne der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en „ge­rech­te und fai­re“ Lö­sun­gen ge­fun­den wer­den.

Pro­jekt­be­schrei­bung auf der Sei­te der Bi­blio­thek der Fried­rich-Ebert-Stif­tung