Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Deutsches Technikmuseum Berlin präsentiert Projekt-Ergebnisse

Datum 07.07.2020

Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um in Ber­lin hat auf sei­ner Web­si­te die Er­geb­nis­se sei­nes vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­ten Pro­jekts ver­öf­fent­licht. Von Mai 2019 bis Mai 2020 über­prüf­te das Mu­se­um All­tags­ge­gen­stän­de, Bü­cher, Dru­cke und Ar­chiv­ma­te­ria­li­en, die in die Samm­lun­gen ge­lang­ten, auf NS-Raub­gut.

Wäh­rend der ein­jäh­ri­gen Lauf­zeit des Pro­jek­tes konn­ten drei Fäl­le von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­gü­tern er­mit­telt wer­den. Da­bei han­delt es sich um ein Fo­to-und Er­in­ne­rungs­al­bum des ehe­ma­li­gen AEG-Di­rek­tors Hein­rich Hirsch­berg, ei­ne Druck­pres­se nebst zu­ge­hö­ri­gen Li­tho­gra­fie­stei­nen der Dru­cke­rei Paul Pit­ti­us, de­ren In­ha­ber Ju­li­us und Mar­tin Ger­son ver­folgt und er­mor­det wur­den, so­wie um ein PKW-Fahr­ge­stell des ehe­ma­li­gen Kar­stadt-Vor­stands Her­mann Schön­dorff. Dar­über hin­aus wur­den im Mu­se­ums­be­stand zehn wei­te­re Ob­jek­te aus­ge­macht, bei de­nen ein An­fangs­ver­dacht auf NS-ver­fol­gungs­be­ding­ten Ent­zug be­steht. Et­wa 800 Ob­jek­te und Kon­vo­lu­te konn­ten als un­be­denk­lich be­wer­tet wer­den.

Ziel des Pro­jek­tes war es auch, Me­tho­den zur Pro­ve­ni­enz­for­schung bei tech­ni­schen Kul­tur­gü­tern und ei­ne Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, mit de­ren Hil­fe Tech­nik­mu­se­en sinn­voll und ef­fi­zi­ent an die sys­te­ma­ti­sche Iden­ti­fi­zie­rung von NS-Raub­gut her­an­ge­hen kön­nen.

Im An­schluss an die­ses Pro­jekt be­gann im Mai 2020 ein wei­te­res, das eben­falls vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­dert wird. In die­sem Pro­jekt wer­den die zwi­schen 1982 und 1989 in­ven­ta­ri­sier­ten Be­stän­de des Tech­nik­mu­se­ums (ins­ge­samt 1.650 in­ven­ta­ri­sier­te Ob­jek­te und Kon­vo­lu­te) auf NS-Raub­gut un­ter­sucht. Die zu un­ter­su­chen­den Ge­gen­stän­de ent­stam­men al­len Samm­lungs­be­rei­chen und rei­chen vom Kin­der­spiel­zeug über Tex­ti­li­en bis hin zu Dampf­lo­ko­mo­ti­ven.

Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um, das 1982 ge­grün­det wur­de, baut auf den Samm­lun­gen vor al­lem von drei Vor­läu­fer­mu­se­en auf: dem Ver­kehrs-und Bau­muse­um, dem In­sti­tut und Mu­se­um für Mee­res­kun­de so­wie der Deut­schen Luft­fahrt-Samm­lung. Er­gänzt wur­den sei­ne Be­stän­de durch Schen­kun­gen und An­käu­fe, die zu­nächst durch den 1960 ge­grün­de­ten För­der­ver­ein des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums und seit 1982 durch das Mu­se­um selbst ge­tä­tigt wur­den. Mitt­ler­wei­le um­fas­sen die Samm­lun­gen des Mu­se­ums rund 150.000 Ob­jek­te, schät­zungs­wei­se 16.500 da­von wur­den vor 1945 her­ge­stellt.

Pro­jekt­be­schrei­bung "Mo­dell­pro­jekt: Iden­ti­fi­zie­rung von NS-Raub­gut in tech­nik­his­to­ri­schen Samm­lun­gen"

Pro­jekt­be­schrei­bung "Iden­ti­fi­zie­rung von NS-Raub­gut in den zwi­schen 1982 und 1989 in­ven­ta­ri­sier­ten Be­stän­den des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums"

Web­si­te des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums Ber­lin zur Pro­ve­ni­enz­for­schung