Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Selten: Deutsches Technikmuseum meldet 91 Fahrzeuge bei „Lost Art“

Datum 23.07.2020

Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um in Ber­lin hat der vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­be­nen und öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Lost Art-Da­ten­bank 91 Fahr­zeu­ge ge­mel­det, bei de­nen es sich um NS-Raub­gut han­delt, dies ver­mu­tet wird oder nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Bei den Ob­jek­ten han­delt es sich vor­wie­gend um Mo­tor­rä­der und PKW, dar­un­ter Mar­ken wie Opel, Mer­ce­des, Ford und Fi­at.

„Bis­lang wa­ren im Be­reich der Fund­mel­dun­gen le­dig­lich zwei Ob­jek­te in der Ob­jektart ‚Trans­port­mit­tel‘ ein­ge­tra­gen. Durch die um­fang­rei­che Mel­dung des Tech­nik­mu­se­ums wird noch ein­mal deut­lich, dass nicht nur Ge­mäl­des­amm­lun­gen auf NS-Raub­gut un­ter­sucht wer­den müs­sen, son­dern auch Spe­zial­mu­se­en ver­däch­ti­ge Ge­gen­stän­de in ih­ren Be­stän­den ha­ben kön­nen. Au­ßer­dem se­hen wir an die­sem Bei­spiel: Auch ehe­ma­li­ge All­tags­ge­brauchs­ge­gen­stän­de wie Fahr­zeu­ge kön­nen nach meh­re­ren Jahr­zehn­ten als Kul­tur­gut be­trach­tet wer­den“, sagt Gil­bert Lup­fer, Vor­stand des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te.

Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um, das 1982 ge­grün­det wur­de, baut auf den Samm­lun­gen vor al­lem von drei Vor­läu­fer­mu­se­en auf: dem Ver­kehrs-und Bau­muse­um, dem In­sti­tut und Mu­se­um für Mee­res­kun­de so­wie der Deut­schen Luft­fahrt-Samm­lung. Er­gänzt wur­den sei­ne Be­stän­de durch Schen­kun­gen und An­käu­fe, die zu­nächst durch den 1960 ge­grün­de­ten För­der­ver­ein des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums und seit 1982 durch das Mu­se­um selbst ge­tä­tigt wur­den. Mitt­ler­wei­le um­fas­sen die Samm­lun­gen des Mu­se­ums rund 150.000 Ob­jek­te, schät­zungs­wei­se 16.500 da­von wur­den vor 1945 her­ge­stellt.
Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te hat das Mu­se­um be­reits mit zwei Pro­jek­ten ge­för­dert.

Die Lost Art-Da­ten­bank dient der Er­fas­sung von Kul­tur­gü­tern, die ih­ren Ei­gen­tü­mern NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen oder in­fol­ge der Er­eig­nis­se des Zwei­ten Welt­kriegs ver­bracht oder ver­la­gert wur­den. Eben­so auf­ge­nom­men wer­den Kul­tur­gü­ter, bei de­nen ei­ne sol­che Ver­lust­ge­schich­te nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann. Die Da­ten­bank ent­hält ak­tu­ell ca. 171.000 de­tail­liert be­schrie­be­ne und meh­re­re Mil­lio­nen sum­ma­risch er­fass­te Ob­jek­te in Form von Such- und Fund­mel­dun­gen von mehr als 1.950 in- und aus­län­di­schen Ein­rich­tun­gen und Per­so­nen.

Fund­mel­dung des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums in der Lost Art-Da­ten­bank

Pro­jekt­be­schrei­bung "Mo­dell­pro­jekt: Iden­ti­fi­zie­rung von NS-Raub­gut in tech­nik­his­to­ri­schen Samm­lun­gen"

Pro­jekt­be­schrei­bung "Iden­ti­fi­zie­rung von NS-Raub­gut in den zwi­schen 1982 und 1989 in­ven­ta­ri­sier­ten Be­stän­den des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums"

Web­si­te des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums Ber­lin zur Pro­ve­ni­enz­for­schung