Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Suche nach NS-Raubgut in der Bibliothek der Goethe-Universität Frankfurt beginnt

Datum 01.06.2020

Die Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Jo­hann Chris­ti­an Sen­cken­berg der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main hat da­mit be­gon­nen, ih­re Alt­be­stän­de auf NS-Raub­gut zu über­prü­fen. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te för­dert das Pro­jekt über ei­nen Zeit­raum von zwei Jah­ren.

Ins­ge­samt rund 79.000 Bän­de sol­len durch­ge­se­hen wer­den, da­bei liegt der Fo­kus auf der Zen­tral­bi­blio­thek der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek in Bo­cken­heim. Es geht um Bü­cher, die zwi­schen 1942 und 1945 in den Be­stand ka­men.

Ein Groß­teil da­von stammt aus dem Of­fen­bach Ar­chi­val De­pot, das nach dem Zwei­ten Welt­krieg von der US-ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tärad­mi­nis­tra­ti­on ein­ge­rich­tet wor­den war, um Raub­gut an die Be­sit­zer zu­rück­zu­ge­ben. Bei vie­len Ex­em­pla­ren war das da­mals nicht mög­lich, weil die Her­kunft nicht ge­nau er­mit­telt wer­den konn­te. Die Rest­be­stän­de wur­den dann an ver­schie­de­ne Bi­blio­the­ken ver­teilt.

Stich­pro­ben ha­ben be­reits meh­re­re Ver­dachts­fäl­le er­ge­ben, et­wa durch In­di­zi­en wie den hand­schrift­li­chen Na­mens­zug ei­ner jü­di­schen Wis­sen­schaft­le­rin oder das Ex Li­bris ei­ner jü­di­schen Kran­ken­schwes­ter.

Pres­se­mit­tei­lung der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Jo­hann Chris­ti­an Sen­cken­berg