Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Baden-Württemberg restituiert NS-Raubgut

Datum 16.05.2020

Das Land Ba­den-Würt­tem­berg hat Ob­jek­te aus den Be­stän­den des Ba­di­schen Lan­des­mu­se­ums und der Kunst­hal­le Karls­ru­he den recht­mä­ßi­gen Er­ben zu­rück­ge­ge­ben. Bei den Ge­gen­stän­den han­delt es sich um NS-Raub­gut:

Das Ba­di­sche Lan­des­mu­se­um re­sti­tu­iert die aus mehr als 420 Por­zel­la­n­ob­jek­ten und wei­te­ren Kunst­ge­gen­stän­den be­ste­hen­de Samm­lung des jü­di­schen Kunst­samm­lers Dr. Ernst Gal­li­nek. Die Samm­lung wur­de vom Ba­di­schen Lan­des­mu­se­um 2008 als NS-Raub­gut iden­ti­fi­ziert und in die vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­be­ne und öf­fent­lich zu­gäng­li­che Da­ten­bank Lost Art ein­ge­stellt. In der Fol­ge hat­ten sich ver­schie­de­ne An­spruch­stel­ler beim Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um ge­mel­det, un­ter de­nen al­ler­dings die Fra­ge, wer tat­säch­lich Er­be von Dr. Gal­li­nek ist, strit­tig war. Ei­ne ab­schlie­ßen­de Klä­rung der Erb­si­tua­ti­on konn­te erst durch ei­nen rechts­kräf­ti­gen Be­schluss des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he er­reicht wer­den.

Au­ßer­dem wird das Ge­mäl­de „Pfer­de­stall“ von Franz Krü­ger aus dem Be­stand der Kunst­hal­le Karls­ru­he re­sti­tu­iert. Auch hier­bei han­delt sich um NS-Raub­gut, so dass der Mi­nis­ter­rat dem Vor­schlag des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums ge­folgt ist und ei­ne Re­sti­tu­ti­on des Ge­mäl­des ge­bil­ligt hat.
Der­zeit wer­de nach Aus­kunft des Staats­mi­nis­te­ri­ums Ba­den-Würt­tem­berg in bei­den Fäl­len ge­prüft, ob die Ob­jek­te zu­rück­ge­kauft wer­den kön­nen. Das Kul­tur­gut könn­te dann in den Mu­se­en ver­blei­ben.

Pres­se­mit­tei­lung des Staats­mi­nis­te­ri­ums Ba­den-Würt­tem­berg

Teekanne, Meißen Teekanne, Meißen Teekanne, Porzellanmanufaktur Meißen, (Porzellanmaler: Höroldt, Johann Gregorius), um 1723, Porzellan Provenienz: Aus der Sammlung Dr. Ernst Gallinek, Baden-Baden, Lost Art-ID: 407791 Quelle:  Badisches Landesmuseum Karlsruhe