Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Bund restituiert NS-Raubgut

Datum 30.05.2020

Die Kunst­ver­wal­tung des Bun­des (KVdB) hat zwei Ge­mäl­de von Fer­di­nand Wald­mül­ler aus Bun­des­be­sitz an die in Ös­ter­reich le­ben­den Rechts­nach­fol­ger der frü­he­ren Ei­gen­tü­me­rin zu­rück­ge­ge­ben.

Der in Wien an­säs­si­ge und seit März 1938 von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ver­folg­te jü­di­sche Un­ter­neh­mer Dr. Her­mann Eiss­ler hat­te Ge­mäl­de sei­ner Samm­lung noch im Herbst 1938 sei­ner, nach na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ter­mi­no­lo­gie "ari­schen" Ehe­frau über­eig­net. Im Früh­jahr 1939 floh er aus Wien nach Frank­reich. Sei­ne Frau ver­kauf­te die bei­den Wald­mül­ler-Ge­mäl­de „Der Wild­bach Strubb bei Ischl“ und „Der Dach­stein von Alt-Aus­see ge­se­hen“ im Mai 1939 an die Kunst­händ­le­rin Ma­ria Al­mas Diet­rich. Sie hat­te zwar zu die­sem Zeit­punkt be­reits zum Schutz des fa­mi­li­ären Ver­mö­gens die Schei­dung von Dr. Her­mann Eiss­ler ein­ge­reicht, war aber noch nicht rechts­kräf­tig ge­schie­den. Die KVdB schließt auf­grund der er­mit­tel­ten Um­stän­de nicht aus, dass Frau Eiss­ler zum Zeit­punkt des Ver­kaufs der bei­den Ge­mäl­de noch das Ver­fol­gungs­schick­sal ih­res jü­di­schen Ehe­man­nes teil­te und dass da­her der Ver­kauf im Zu­sam­men­hang mit der Flucht des Ehe­man­nes er­zwun­gen wur­de.

Das Ge­mäl­de „Der Wild­bach Strubb bei Ischl“ ist als Fund­mel­dung der KVdB in der vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­be­nen, öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Da­ten­bank Lost Art un­ter der ID 220948 ver­öf­fent­licht.

Die Kunst­ver­wal­tung hat seit der Ver­ab­schie­dung der Ge­mein­sa­men Er­klä­rung der Bun­des­re­gie­rung, der Län­der und der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de (1999) in Um­set­zung der 1998 ver­ab­schie­de­ten Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en ins­ge­samt 63 Wer­ke re­sti­tu­iert.

Pro­ve­ni­enz­an­ga­ben zum Ge­mäl­de „Der Wild­bach Strubb bei Ischl“

Pro­ve­ni­enz­an­ga­ben zum Ge­mäl­de „Der Dach­stein von Alt-Aus­see ge­se­hen“