Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Netzwerk für nachhaltige Forschungsstrukturen im Bereich koloniale Kontexte gegründet

Datum 24.11.2020

Ak­teur:in­nen aus rund 30 kul­tu­rel­len und wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Ar­beits­grup­pen ha­ben am Mon­tag, 23. No­vem­ber 2020, ei­ne Ko­ope­ra­ti­on für den Auf­bau nach­hal­ti­ger For­schungs­struk­tu­ren zur Be­ar­bei­tung von Samm­lun­gen und Be­stän­den aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten ins Le­ben ge­ru­fen.

Bei ei­nem DFG-Rund­ge­spräch, or­ga­ni­siert von der Ar­beits­grup­pe Ko­lo­nia­le Pro­ve­ni­en­zen des Ar­beits­krei­ses Pro­ve­ni­enz­for­schung e.V., dem Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te, den Fach­in­for­ma­ti­ons­diens­ten Afri­ka­stu­di­en und So­zi­al- und Kul­tu­ran­thro­po­lo­gie so­wie der Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für wis­sen­schaft­li­che Uni­ver­si­täts­samm­lun­gen in Deutsch­land an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin, hat­ten die Teil­neh­mer:in­nen zu­vor ei­nen Tag lang ge­mein­sa­me Stra­te­gi­en dis­ku­tiert. Da­bei wur­den Syn­er­gie­ef­fek­te und Mög­lich­kei­ten für den Zu­gang zu Da­ten so­wie für ge­mein­sa­me Fol­ge­schrit­te er­ör­tert. Haupt­an­lie­gen war es, Ak­teur:in­nen ins Ge­spräch mit­ein­an­der zu brin­gen, die di­gi­ta­le Zu­gän­ge zu re­le­van­ten For­schungs­da­ten zur Ko­lo­ni­al­zeit be­nö­ti­gen oder schaf­fen bzw. nach­hal­tig ge­währ­leis­ten. Au­ßer­dem will man zur bes­se­ren Ko­or­di­na­ti­on und Ver­net­zung von Pro­jek­ten in den ver­schie­de­nen fach­li­chen wie in­sti­tu­tio­nel­len Fel­dern bei­tra­gen und Be­dar­fe der Ak­teur:in­nen er­mit­teln.

Über al­le fach­li­chen und in­sti­tu­tio­nel­len Gren­zen hin­weg wur­den als wich­tigs­te Her­aus­for­de­run­gen dis­ku­tiert, wie In­sel­lö­sun­gen ver­mie­den wer­den kön­nen, Nach­hal­tig­keit ver­bes­sert und ein re­spekt­vol­ler Um­gang mit sen­si­blen Da­ten bei gleich­zei­ti­ger Trans­pa­renz ge­währ­leis­tet wer­den kann. Dar­über hin­aus sind es wich­ti­ge An­lie­gen, sich über Stan­dards zu ver­stän­di­gen und in­ter­na­tio­na­le Ko­ope­ra­tio­nen bes­ser in der Pro­jekt­pla­nung zu ver­an­kern. Bei ei­nem Fol­ge­tref­fen im Fe­bru­ar 2021 sol­len wei­te­re kon­kre­te Schrit­te be­spro­chen wer­den: die Grün­dung ei­ner Ar­beits­grup­pe zur Be­schäf­ti­gung mit The­sau­ri und nor­mier­ten Da­ten, die Vor­be­rei­tung ei­nes Work­shops mit Mo­dell­cha­rak­ter für in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit so­wie die Vers­te­ti­gung des Netz­wer­kes.

Un­ter den Teil­neh­mer:in­nen des Ge­sprächs wa­ren ne­ben Mit­glie­dern der ein­la­den­den Ar­beits­grup­pen und In­sti­tu­tio­nen auch Ver­tre­ter:in­nen von Bi­blio­the­ken, Ar­chi­ven, Mu­se­en und Samm­lun­gen, For­schungs­för­de­rungs- und -in­fra­struk­tur­in­sti­tu­tio­nen, so­wie Pro­ve­ni­enz­for­scher:in­nen und Wis­sen­schaft­ler:in­nen u.a. aus Eth­no­lo­gie, Ge­schichts-, Po­li­tik- und Kunst­wis­sen­schaft, die sich mit Ex­pert:in­nen für Di­gi­ta­li­sie­rung in Wis­sen­schaft und Kul­tur aus­tausch­ten.