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Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden restituieren Largillières „Bildnis einer Dame als Pomona“

Datum 29.01.2021

Die Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den (SKD) re­sti­tu­ie­ren das „Bild­nis ei­ner Da­me als Po­mo­na“ aus dem Be­stand der Ge­mäl­de­ga­le­rie Al­te Meis­ter an die Nach­fah­ren des jü­di­schen Ban­kiers und Kunst­samm­lers Ju­les Strauss (1861–1943). Im Zu­ge ei­ge­ner Re­cher­chen wa­ren die Nach­fah­ren auf ei­ne Fund­mel­dung in der Lost Art-Da­ten­bank des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te auf­merk­sam ge­wor­den. Die Mel­dung hat­ten die SKD ein­ge­stellt, nach­dem sie Hin­wei­se ge­fun­den hat­ten, dass das Ge­mäl­de mög­li­cher­wei­se wäh­rend der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ge­walt­herr­schaft sei­nem Ei­gen­tü­mer ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wor­den war.

Das Ge­mäl­de von Ni­co­las de Lar­gil­liè­re (1656–1746) zeigt ei­ne als Göt­tin der Baum­früch­te ver­klei­de­te Da­me in ei­ner Sze­ne aus Ovids Me­ta­mor­pho­sen. Es wur­de 1928 von dem aus Frank­furt am Main stam­men­den und in Pa­ris le­ben­den Samm­ler Ju­les Strauss er­wor­ben. Un­ter dem Druck der Ver­fol­gung durch die deut­sche Be­sat­zungs­macht war Strauss of­fen­kun­dig ge­zwun­gen, Kunst­wer­ke aus sei­ner Samm­lung zu ver­kau­fen, dar­un­ter auch das Lar­gil­liè­re-Ge­mäl­de. Die Deut­sche Reichs­bank kauf­te das Bild 1941 über die Mit­tels­per­son Mar­got Jans­son in Pa­ris. Bei Kriegs­en­de la­ger­te es in ei­nem Tre­sor der Deut­schen Reichs­bank in Ber­lin und ge­lang­te so spä­ter in die Ver­wal­tung des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums der DDR. Von dort wur­de es 1953 zu­nächst an die Na­tio­nal­ga­le­rie Ber­lin über­wie­sen, be­vor es 1959 sei­nen vor­erst letz­ten Auf­ent­halts­ort in der Ge­mäl­de­ga­le­rie Al­te Meis­ter der SKD fand.

Da das Kunst­werk un­ter ver­fol­gungs­be­ding­tem Druck ver­äu­ßert wur­de, re­sti­tu­ie­ren die SKD das „Bild­nis ei­ner Da­me als Po­mo­na“ an die Nach­fah­ren von Ju­les Strauss. Mit Un­ter­stüt­zung der Fran­zö­si­schen Bot­schaft Ber­lin und der fran­zö­si­schen Kom­mis­si­on für die Ent­schä­di­gung der Op­fer von Ent­eig­nun­gen (CIVS) kehrt das Werk nun nach Pa­ris zu­rück.