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Deutsches Zentrum Kulturgutverluste fördert Projekt zu Werken aus Benin im Weltkulturen Museum Frankfurt am Main

Datum 25.07.2022

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te för­dert ein sechs­mo­na­ti­ges For­schungs­vor­ha­ben zu Wer­ken aus dem Kö­nig­reich Be­nin (Ni­ge­ria) in der Samm­lung des Welt­kul­tu­ren Mu­se­ums in Frank­furt. Ziel des Pro­jekts ist es, die Pro­ve­ni­enz die­ser Ob­jek­te ge­nau­er zu un­ter­su­chen und die Er­werb­sum­stän­de zu re­kon­stru­ie­ren. Ins­be­son­de­re wird ver­sucht zu klä­ren, ob und wel­che Ob­jek­te im Kon­text der bri­ti­schen „Straf­ex­pe­di­ti­on“ 1897 nach Eu­ro­pa und schließ­lich in das da­ma­li­ge Völ­ker­mu­se­um ge­lang­ten.

Von ca. 14 000 Ob­jek­ten aus Afri­ka wur­den im Frank­fur­ter Mu­se­um 57 mit dem geo­gra­phi­schen Be­zug „Kö­nig­tum Be­nin, Ni­ge­ria“ in­ven­ta­ri­siert. Zwar wur­den Tei­le die­ses Kon­vo­luts von Be­nin-Ob­jek­ten in Aus­stel­lun­gen und Pu­bli­ka­tio­nen prä­sen­tiert, ih­re Er­werbs­kon­tex­te aber wur­den bis­lang kaum the­ma­ti­siert. Die Er­for­schung wur­de und wird auch durch die Ge­schich­te des Mu­se­ums er­schwert: Die Samm­lun­gen des Welt­kul­tu­ren Mu­se­um ge­hen zu­rück auf Be­stän­de der Sen­cken­ber­gi­schen Na­tur­for­schen­den Ge­sell­schaft. Tei­le da­von wur­den 1877 an das His­to­ri­sche Mu­se­um über­ge­ben. Seit sei­ner Er­öff­nung als Städ­ti­sches Völ­ker­mu­se­um im Jahr 1904 wur­de es von zahl­rei­chen Um­zü­gen ge­prägt so­wie von Bom­ben­an­grif­fen wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs er­schüt­tert.

Von 1924 bis 1969 war das Mu­se­um mit dem Fro­be­ni­us-In­sti­tut (da­mals For­schungs­in­sti­tut für Kul­tur­mor­pho­lo­gie) ver­bun­den. Seit 1973 hat das Mu­se­um in der Vil­la am Schau­main­kai 29 ei­nen dau­er­haf­ten Ort ge­fun­den. Ins­ge­samt ist die Quel­len­la­ge zu den Ob­jek­ten durch den Ver­lust des haus­ei­ge­nen Do­ku­men­te­nar­chivs wäh­rend der Bom­bar­die­rung Frank­furts im Zwei­ten Welt­krieg dünn. Die noch vor­han­de­nen Ar­chi­vun­ter­la­gen des Mu­se­ums ent­hal­ten nur we­ni­ge De­tails, wie die Be­nin-Ob­jek­te in die Samm­lung ge­lang­ten.

Die Er­geb­nis­se sol­len als Aus­gangs­punkt für den Aus­tausch mit ni­ge­ria­ni­schen Part­ner:in­nen und po­li­ti­sche Ver­hand­lun­gen die­nen.