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Partnerschaft zwischen SPK und Museums Association of Namibia: 23 Objekte reisen von Berlin nach Namibia

Datum 24.05.2022

23 Ob­jek­te aus der Samm­lung des Eth­no­lo­gi­schen Mu­se­ums der Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin rei­sen im Rah­men des part­ner­schaft­li­chen For­schungs­pro­jekts „Con­fron­ting Co­lo­ni­al Pasts, En­vi­sio­ning Crea­ti­ve Fu­tu­res“ mit der Mu­se­ums As­so­cia­ti­on of Na­mi­bia (MAN) an die­sem Frei­tag, 27. Mai, nach Na­mi­bia. Es han­delt sich un­ter an­de­rem um his­to­ri­sche All­tags­ge­gen­stän­de, Schmuck, Werk­zeu­ge und Mo­de. Sie wur­den von ei­ner na­mi­bi­schen Ex­pert:in­nen­grup­pe auf­grund ih­rer his­to­ri­schen, kul­tu­rel­len und äs­the­ti­schen Be­deu­tung aus­ge­wählt. Kul­tur­er­be­ge­mein­schaf­ten, Wis­sen­schaft­ler:in­nen und Künst­ler:in­nen in Na­mi­bia wer­den die­se Ob­jek­te im Dia­log mit den Samm­lun­gen des Na­tio­nal­mu­se­ums von Na­mi­bia ein­ge­hend er­for­schen. Dar­über hin­aus die­nen die Ob­jek­te als In­spi­ra­ti­ons­quel­le für na­mi­bi­sche Künst­ler:in­nen. Das Pro­jekt wird un­ter an­de­rem auch von Dr. La­ris­sa Förs­ter, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten am Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te, als wis­sen­schaft­li­che Be­ra­te­rin be­glei­tet.

„Con­fron­ting Co­lo­ni­al Pasts, En­vi­sio­ning Crea­ti­ve Fu­tu­res“ wird von der Ger­da Hen­kel Stif­tung ge­för­dert. In der ers­ten, En­de Ju­ni 2022 ab­ge­schlos­se­nen Pro­jekt­pha­se stand die Stär­kung der na­mi­bi­schen Mu­se­ums­land­schaft im Zen­trum. So konn­ten das De­pot des Na­tio­nal Mu­se­um of Na­mi­bia re­no­viert, ei­ne Re­stau­ra­to­rin und ein Mu­seo­lo­ge an­ge­stellt wer­den, um die dor­ti­ge Samm­lung zu in­ven­ta­ri­sie­ren. Eben­so wur­de aus die­ser ins­ge­samt 400.000 Eu­ro um­fas­sen­den För­de­rung her­aus das Mu­se­um of Na­mi­bi­an Fa­shi­on in Ot­ji­waron­go ge­grün­det, das am 1. Ju­ni die­ses Jah­res er­öff­nen wird. Die zwei­te Pha­se, die mit der Rei­se der 23 Ob­jek­te star­tet, för­dert die Stif­tung mit zu­sätz­lich knapp 300.000 Eu­ro. Die Pro­jekt­mit­tel wer­den zum Groß­teil für die Ar­beit vor Ort in Na­mi­bia auf­ge­wen­det.

Das Pro­jekt hat meh­re­re Pha­sen: Die ko­ope­ra­ti­ve Pro­ve­ni­enz­for­schung zu den Samm­lun­gen aus Na­mi­bia am Eth­no­lo­gi­schen Mu­se­um in Ber­lin und die Er­ar­bei­tung ei­ner Aus­stel­lung über den For­schungs­pro­zess im Hum­boldt Fo­rum sind ab­ge­schlos­sen. Auf Grund­la­ge der ge­mein­sa­men Pro­ve­ni­enz­for­schung rei­sen nun die 23 Ob­jek­te aus dem Eth­no­lo­gi­schen Mu­se­um nach Na­mi­bia, wo sie mit den Samm­lun­gen des Na­tio­nal Mu­se­um of Na­mi­bia in Dia­log ge­bracht wer­den. In den kom­men­den zwei Jah­ren wer­den am Na­tio­nal Mu­se­um of Na­mi­bia un­ter Ver­wen­dung der Ob­jek­te bei­der Mu­se­en Work­shops mit na­mi­bi­schen Kul­tur­er­be­ex­pert:in­nen, For­scher:in­nen und zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler:in­nen durch­ge­führt, dar­über hin­aus For­schung in Kul­tur­er­be­ge­mein­schaf­ten in ganz Na­mi­bia.

Die his­to­ri­schen Samm­lun­gen aus Na­mi­bia am Eth­no­lo­gi­schen Mu­se­um wur­den größ­ten­teils wäh­rend der deut­schen Ko­lo­ni­al­zeit (1884-1919) er­wor­ben. Ih­re Pro­ve­ni­en­zen wer­den seit An­fang 2018 er­forscht, seit 2019 ge­mein­sam mit na­mi­bi­schen Part­ner:in­nen.

Zur voll­stän­di­gen Pres­se­mit­tei­lung

Partnerschaft Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Museums Association of Namibia: 23 Objekte reisen von Berlin nach Namibia Partnerschaft Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Museums Association of Namibia: 23 Objekte reisen von Berlin nach Namibia Johanna Ndahekelekwa Nghishiko, Restauratorin am National Museum of Namibia und Provenienzforscherin Julia Binter bereiten die Puppe „Olugondo“ auf die Reise nach Namibia vor. Quelle:  © SPK / photothek / Axel Schmidt