Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste richtet Kontaktstelle in Berlin ein – Kunsthistorikerin Dr. Susanne Meyer-Abich hat am 1. Januar 2020 Leitung übernommen

Start des „Help Desk NS-Raubgut“ in Berlin

Datum 09.01.2020

Men­schen, de­nen wäh­rend der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft Kul­tur­gü­ter ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wur­den, kön­nen sich eben­so wie ih­re Nach­fah­ren seit An­fang Ja­nu­ar mit ih­ren An­lie­gen an ei­ne zen­tra­le Kon­takt­stel­le in Ber­lin wen­den. Fi­nan­ziert wird die­ser „Help Desk“ von der Staats­mi­nis­te­rin für Kul­tur und Me­di­en.

Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters er­klärt: „Vie­le po­ten­zi­el­le Re­sti­tu­ti­ons­fäl­le sind schon in­halt­lich au­ßer­or­dent­lich kom­plex. Um den oft im Aus­land le­ben­den Op­fern des NS-Re­gimes und ih­ren Nach­fah­ren die Ori­en­tie­rung zu er­leich­tern und An­sprech­part­ner nen­nen zu kön­nen, steht ih­nen ab so­fort in der Ber­li­ner Be­ra­tungs­stel­le ei­ne er­fah­re­ne Kunst­his­to­ri­ke­rin zur Sei­te. Denn die Men­schen, de­nen selbst oder de­ren Vor­fah­ren un­vor­stell­ba­res Leid von deut­scher Hand wi­der­fah­ren ist, sol­len hier nicht auf bü­ro­kra­ti­sche Hür­den sto­ßen, son­dern ih­nen soll ge­hol­fen wer­den.“

Gil­bert Lup­fer, wis­sen­schaft­li­cher Vor­stand des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg: „Seit län­ge­rem be­steht auf Sei­ten der Op­fer des NS-Kul­tur­gu­traubs und ih­rer Nach­fah­ren das Be­dürf­nis nach stär­ke­rer fach­li­cher Be­ra­tung bei der Su­che nach Kul­tur­gü­tern aus Fa­mi­li­en­be­sitz, beim Fin­den der zu­stän­di­gen An­sprech­part­ner so­wie im Dia­log auf Au­gen­hö­he mit Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Be­hör­den in Deutsch­land. Wir freu­en uns, mit Su­san­ne Mey­er-Abich ei­ne neue Kol­le­gin ge­fun­den zu ha­ben, die die­se wich­ti­ge und sen­si­ble Auf­ga­be mit ih­rer lang­jäh­ri­gen in­ter­na­tio­na­len Er­fah­rung und ih­rer kom­mu­ni­ka­ti­ven Kom­pe­tenz ge­wiss sehr gut aus­fül­len wird.“

Dies, so Prof. Lup­fer, gel­te be­son­ders für Per­so­nen, die nicht in Deutsch­land leb­ten, nicht die deut­sche Spra­che be­herrsch­ten und nicht mit den Ge­pflo­gen­hei­ten des deut­schen Kul­tur­fö­de­ra­lis­mus ver­traut sei­en. „Die neue Kon­takt- und Ver­trau­ens­per­son in Ber­lin soll ge­nau die­se Lücke schlie­ßen und Be­trof­fe­nen bei ers­ten Schrit­ten un­ter­stüt­zend zur Sei­te ste­hen.“

Die Kunst­his­to­ri­ke­rin Dr. Su­san­ne Mey­er-Abich lei­tet seit dem 1. Ja­nu­ar 2020 den „Help Desk NS-Raub­gut“. Sie stu­dier­te Kunst­ge­schich­te, Eng­lisch und Ita­lie­nisch an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum und pro­mo­vier­te dort 1995. Von 1998 bis 2016 ar­bei­te­te sie in in­ter­na­tio­na­len Auk­ti­ons­häu­sern. Seit Ju­ni 2016 war Su­san­ne Mey­er-Abich als Fach­über­set­ze­rin für Kunst und Kul­tur tä­tig, seit No­vem­ber 2016 als lei­ten­de Re­dak­teu­rin beim Jour­nal for Art Mar­ket Stu­dies an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin.

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Dr. Su­san­ne Mey­er-Abich
An­sprech­part­ne­rin "Help Desk"
Ber­t­ha-Benz-Stra­ße  5
10117 Ber­lin
Te­le­fon+49 (0) 30 34 65 542 49
Te­le­fax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailsu­san­ne.mey­er-abich@kul­tur­gut­ver­lus­te.de

Der „Help Desk“ ist ganz­tä­gig be­setzt. Te­le­fo­ni­sche Sprech­zei­ten sind mon­tags bis don­ners­tags 14 bis 18 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung. Per E-Mail ist der „Help Desk“ je­der­zeit er­reich­bar.

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg ist ei­ne 2015 vom Bund, den Län­dern und den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den ge­grün­de­te Stif­tung. Es ist in Deutsch­land na­tio­nal und in­ter­na­tio­nal der zen­tra­le An­sprech­part­ner zu Fra­gen un­recht­mä­ßi­ger Ent­zie­hun­gen von Kul­tur­gut im 19. und 20. Jahr­hun­dert, das sich heu­te in Samm­lun­gen deut­scher kul­tur­gut­be­wah­ren­der Ein­rich­tun­gen be­fin­det. Das Haupt­au­gen­merk des Zen­trums gilt hier­bei dem im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­gut ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz. Das Zen­trum ver­steht sei­ne Ar­beit als wich­ti­gen Bei­trag zur Wie­der­gut­ma­chung er­lit­te­nen Un­rechts.