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NS-Raubgutforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Bayerische Staatsbibliothek (München) State Bavaria Website NS-Raubgut an der Bayerischen Staatsbibliothek BSB-Katalog Contact person
  • Dr. Stephan Kellner
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektleiter
    Telephone: +49 (0) 89 28 63 82 278
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilns-raubgut@bsb-muenchen.de
Project type Long-term project to systematically investigate collection holdings Funding duration
  1. June 2013 to May 2014
  2. June 2014 to May 2015
  3. June 2015 to May 2016

Description

Die Bayerische Staatsbibliothek sucht seit 2003 in ihren Beständen nach NS-Raubgut. Sie orientiert sich damit an der Verpflichtung, die alle öffentlichen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland 1999 in einer gemeinsamen Erklärung zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz eingegangen sind. Die Förderung durch die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche und Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz ermöglicht es nun, ihre Recherchen zum Abschluss zu bringen und Rückgaben durchzuführen.

Überprüfung der Bestände

Die Überprüfung der ca. 65.000 Bände, die die Bayerische Staatsbibliothek zwischen 1933 und 1945 erwarb, ist inzwischen abgeschlossen. Bei rund einem Prozent der Bücher besteht der Verdacht, dass es sich um NS-Raubgut handelt. Die Provenienz dieser Titel wird derzeit im Detail ermittelt. Des Weiteren müssen ca. 30.000 Bände durchgesehen werden, die die US-amerikanische Militärregierung der Bayerischen Staatsbibliothek nach 1945 übergab. Sie stammen aus Büchersammlungen von NS-Organisationen, und wie Stichproben ergaben, befindet sich unter ihnen weiteres NS-Raubgut.

Restitution

Die Bayerische Staatsbibliothek möchte aufgefundenes NS-Raubgut so unbürokratisch wie möglich an die rechtmäßigen Besitzer bzw. ihre Erben oder Rechtsnachfolger zurückgeben. Seit 2006 fanden bereits mehrere Restitutionen statt, weitere sind in Vorbereitung. Lässt sich die Herkunft der geraubten Bücher nicht feststellen, sorgt die Bayerische Staatsbibliothek für die Dokumentation der Funde in der Lost Art-Datenbank. Darüber hinaus kennzeichnet sie sämtliche betroffenen Titel entsprechend in ihren eigenen Katalogen. Im OPAC sind das NS-Raubgut und die Verdachtsfälle recherchierbar mit der Eingabe „BSB-Provenienz: NS-Raubgut“.

Ausführliche Informationen zur NS-Raubgutforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek unter http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ns-raubgut .

Publication

Susanne Wanninger und Stephan Kellner: NS-Raubgut auf der Spur. Provenienzforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek, in: Bibliotheksmagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 2 (2014), S. 58-61 http://www.bsb-muenchen.de/fileadmin/imageswww/pdf-dateien/bibliotheksmagazin/BM2014-2.pdf

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