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Werke der Metallkunst aus der Kunstsammlung Hermann Göring im Bayerischen Nationalmuseum

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Bayerisches Nationalmuseum (München) Bundesland Bayern Website http://www.bayerisches-nationalmuseum.de/Projekt zur Erforschung der Provenienz von Kunstwerken aus der Sammlung Hermann Görings am Bayerischen Nationalmuseum München Ansprechpartner
  • Dr. Alfred Grimm
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionHauptkonservator, Beauftragter für Provenienzforschung
    Telefon: +49 (0)89 211 24 -187
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilalfred.grimm@bnm.mwn.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. April 2015 bis März 2016
  2. April 2016 bis März 2017

Beschreibung

Seit April 2015 konzentriert sich die Forschung auf die zwischen 1965 und 1976 durch den Freistaat Bayern aus der Kunstsammlung Hermann Göring dem Bayerischen Nationalmuseum überwiesenen 92 Inventarnummern (einschließlich Unternummern), die dem Bereich Metallkunst zuzurechnen sind. Mehrere Objekte können zu Werkkomplexen bzw. Ensembles zusammengefasst werden, für die eine gemeinsame Herkunft anzunehmen ist (Einzelprüfung vorbehalten), so dass sich von insgesamt rund 53 Einzelobjekten bzw. Objektensembles sprechen lässt. Wenngleich sich auch hier wie bei den Skulpturen an Vorarbeiten durch den Central Collecting Point und die Treuhandverwaltung von Kulturgut, die in den Online-Datenbanken des Deutschen Historischen Museums abrufbar sind, anknüpfen lässt, so ist die Herkunft der Objekte aus dem Bereich Metallkunst aufgrund der schlechteren Publikationslage mit fehlenden Abbildungen beispielsweise in Auktionskatalogen sowie durch die Existenz mehrerer sehr ähnlicher Exemplare ungleich schwieriger zu eruieren. Hatten schon die Skulpturen - im Unterschied zu den Gemälden - aus dem ehemaligen Besitz Hermann Görings vergleichsweise wenige Angaben zur Herkunft seitens des CCP und der TVK, so finden sich auf den Karteikarten des CCP für nur 6 Objekte Hinweise auf Vorbesitzer oder Erwerbungsvorgänge, die noch dazu widersprüchlich sind. Auch stellte sich bei der Untersuchung der Objekte heraus, dass sich heute kaum noch ehemalige Besitzervermerke, Beschriftungen oder Aufkleber mit Nummern auf den Objekten befinden. So werden zur Forschung vor allem die Silbermarken als erste Quelle herangezogen und mit der historischen Markenliteratur abgeglichen. Daneben hat sich die Bearbeiterin auf die Suche nach weiteren Dokumenten zur Sammlung Göring gemacht. Die bislang zur Erforschung der Metallobjekte aus der "Sammlung Goering" geleistete Arbeit zeigt, dass jedes Objekt eine eigene Herangehensweise zur Bestimmung bzw. Rekonstruktion der Provenienz erfordert.

Die Ergebnisse der Arbeit sollen in Kurzform wie schon für das Skulpturenprojekt auf der Website des Bayerischen Nationalmuseums und in der Lost Art-Datenbank veröffentlicht werden. Eine Publikation in Buchform ist geplant.

© Bayerisches Nationalmuseum