Website of the German Lost Art Foundation

Die wissenschaftliche Tiefenerschließung der Geschäfts- und Künstlerkorrespondenz (1917-1949) des Ferdinand-Möller-Archivs

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Berlinische Galerie State Berlin Website http://www.berlinischegalerie.de/Provenienzforschung Contact person
  • Wolfgang Schöddert
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionWissenschaftlicher Mitarbeiter für Provenienzforschung
    Telephone: +49 (0) 30 - 789 02 826
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilschoeddert@berlinischegalerie.de
Project type Langfristiges Projekt zur Kontextforschung Funding duration
  1. April 2009 to March 2010
  2. April 2011 to March 2012

Description

Der Nachlass des Galeristen Ferdinand Möller (1882–1956) enthält umfangreiches Material zur Entwicklung des Kunsthandels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ab 1917 in Breslau, dann in Berlin und Potsdam und schließlich von 1951–1956 in Köln, war Möller ein wichtiger Förderer der BRÜCKE-Künstler und der deutschen Moderne. Aufgrund seiner weit reichenden Verbindungen zu Sammlern und Vermittlern im In- und Ausland wurde er nach 1937 in die NS-bedingte „Verwertung“ jener Kunstwerke eingebunden, die zuvor in Museen und öffentlichen Sammlungen in Deutschland als „entartet“ beschlagnahmt worden waren. Möller führte seine Galerie in Berlin bis November 1943, zog sich dann nach Zermützel bei Neuruppin zurück und ging von dort aus 1949 nach Köln.

1984 schenkte Angelika Fessler-Möller der Berlinischen Galerie Korrespondenz, Kataloge und Presseberichte aus dem Nachlass der Galerie ihres Vaters, die sich mehrheitlich auf seine Arbeit bis zu seiner Übersiedelung nach Köln beziehen. Dieses Material wurde als Ferdinand-Möller-Archiv in die Künstler-Archive der Berlinischen Galerie aufgenommen. Der Bestand, eine der schriftgutreichsten, in Deutschland zugänglichen Nachlassüberlieferungen einer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geführten Galerie für zeitgenössische Kunst, enthält vielfältige Informationen zu Kunstwerken, die dort ab 1933 ausgestellt, angeboten und verkauft worden sind.

Zur Klärung der Frage, welche dieser Kunstwerke NS-verfolgungsbedingt in den Handel gelangten, wurde ab 2006 die Erfassung aller im Bestand genannten Kunstwerke in eine Datenbank vorbereitet. Das Ziel war, abrufen zu können, wann und in welchem Zusammenhang ein Werk genannt wird, wer mit ihm befasst war und welchen Weg das Werk in Verbindung mit Ferdinand Möller genommen hat. Diese wissenschaftliche Tiefenerschließung des Archivs war zwischen dem 1.4.2009 und dem 31.3.2010 eines der ersten langfristig geförderten Projekte der Arbeitsstelle.

Nach Ablauf einer zweiten zwölfmonatigen Förderung zwischen dem 1.4. 2011 und dem 31.3. 2012 umfasste die Projekt-Datenbank insgesamt 7.829 Kunstwerk-Datensätze mit 13.217 Provenienz-Verknüpfungen zu 578 historische Adressen.

Informationen zu einzelnen Kunstwerken sind in den Künstler-Archiven der Berlinischen Galerie abrufbar.

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