Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Das Bomann-Museum Celle und seine Sammlungen. Der Einfluss der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auf die Inventarbeschaffungen von 1933 bis 1945

Zuwendungsempfänger Bomann-Museum Celle Bundesland Niedersachsen Website http://www.bomann-museum.de/ Ansprechpartner
  • Dr. Jochen Meiners
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionMuseumsdirektor
    Telefon: +49 (0) 5141 12 45 01
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAiljochen.meiners@celle.de
  • Christopher M. Galler
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionWissenschaftlicher Mitarbeiter
    Telefon: +49 (0) 5141 12 45 05
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilchristopher.galler@celle.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. März 2016 bis Februar 2018
  2. März 2018 bis Juli 2019

Beschreibung

Das Bomann-Museum wurde 1892 anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums gegründet und konnte 1907 einen Neubau beziehen. Sein erster Leiter Wilhelm Bomann beschränkte die Sammlungstätigkeit auf die drei Schwerpunkte hannoversche Militär- und Landesgeschichte, ländliche Kulturgeschichte und Celler Stadtgeschichte. An diesen Vorgaben orientierten sich auch seine Nachfolger, wenngleich sie auch eigene Akzente setzten.

Bis 1938 wurde das Museum von einem Verein getragen, dem zeitweise über 800 Mitglieder angehörten. Mit der Wirtschaftskrise begann ab 1929 eine Erosion der Mitgliederzahl. Auch diese Entwicklung führte 1938 zur Gründung einer Trägergesellschaft. Da die Stadt Celle nun erheblich zur Unterhaltung des Museums beitrug, wurde der Handlungsspielraum des seit 1923 amtierenden Direktors Albert Neukirch geringer. Positiv war aus Sicht des Museums aber, dass nun ein deutlich höherer Ankaufsetat zur Verfügung stand. Ein erheblicher Teil der von Albert Neukirch getätigten Erwerbungen diente auch der Ausstattung des Celler Schlosses gegenüber dem Museum.

Zwischen 1933 und 1945 sind rund 3.000 Objekteingänge im Inventarbuch verzeichnet. Die Zahl der tatsächlichen Zugänge liegt jedoch deutlich höher. Ein Schwerpunkt der systematischen Provenienzforschung wird darin bestehen, mögliche Objektübernahmen von Juden aus Celle zu überprüfen, da der Museumsverein zeitweise 16 jüdische Mitglieder in seinen Reihen hatte. Weiterhin richtet sich der Blick besonders auf die Erwerbungen bei regionalen und überregionalen Kunsthändlern. In den Jahren 1940 bis 1944 erfolgten wiederholt Ankäufe beim Auktionshaus Hans W. Lange in Berlin und beim Dorotheum in Wien, für die sich bereits bei der Vorbereitung des Projekts zum Teil konkrete Verdachtsmomente ergeben haben.

Die wesentlichen Ergebnisse werden auf der Website des Museums und der Internetpräsenz des Netzwerks „Provenienzforschung in Niedersachsen“ veröffentlicht. Darüber hinaus wird das Projekt durch eine regelmäßige Pressearbeit begleitet. Im September 2017 ist zudem eine gemeinsame Tagung mit dem Netzwerk „Provenienzforschung in Niedersachsen“ geplant auf der die bisherigen Ergebnisse vorgestellt und durch Fachvorträge in den weiteren Kontext eingeordnet werden. Die Beiträge der Tagung werden anschließend in einer Publikation veröffentlicht.

© Bomann-Museum Celle, März 2017