Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Systematische Untersuchung der Herkunft von Gemälden, Plastiken, Glasbildern und einer Zeichnung aus dem Brücke-Museum

Zuwendungsempfänger Brücke-Museum (Berlin) Bundesland Berlin Website http://www.bruecke-museum.de/ Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. November 2018 bis Oktober 2019

Beschreibung

Mit dem Gründungsdirektor Leopold Reidemeister und Primärschenkungen der Künstler Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel wurde 1967 das Brücke-Museum eröffnet. Insgesamt wurden bislang rund 5.000 Werke - darunter auch Kunsthandwerk und Ethnografica - erworben. Hiervon wiederum sind 2.937 Objekte vor 1945 entstanden.

In diesem Forschungsprojekt werden zunächst Kunstwerke überprüft, die nicht über eine vollständig aufgeklärte und dokumentierte Provenienzkette verfügen. Aus dem Bestand wurden insgesamt 58 Gemälde, Plastiken und Glasbilder sowie eine Zeichnung ausgewählt, die über eine Provenienzlücke zwischen 1933 und 1945 verfügen. Besonders stark sind in diesem Konvolut Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel vertreten.
Das Projekt beleuchtet die Erwerbungen seit den 1960er Jahren, die neben den Künstlerschenkungen und aus Künstlernachlässen aus dem lokalen Berliner (z.B. aus den Galerien Nierendorf, Gerda Bassenge, Pels-Leusden), dem deutschen (z.B. den Häusern Roman Norbert Ketterer, Stuttgart / Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a.M. / Günther Franke, München) und dem internationalen Kunsthandel (z.B. Van Diemen-Lilienfeld, New York und Marlborough Fine Art, London) in das Museum kamen. Eine Reihe von Werken wurde direkt von Privatsammlern aus dem In- und Ausland erworben.

Für die Online-Sammlung werden derzeit die Rückseiten aller Gemälde fotografiert, so dass rückseitige Markierungen direkt zu Projektbeginn dokumentiert werden und ab Frühjahr 2019 auch von interessierten Nutzerinnen und Nutzern online nachvollzogen werden können.
Regelmäßig und zeitnah berichtet das Museum auf facebook und Instagram über Fortschritte der Provenienzforschung. Außerdem werden Ergebnisse des Projektes zusammen mit forschungsrelevanten Dokumenten in einem Brücke-Archivheft (2019/20) mit dem Thema Provenienzforschung veröffentlicht.

Von April bis August 2019 beschäftigen sich eine Ausstellung sowie die begleitende Publikation „Flucht in die Bilder - Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus“ mit der Aufarbeitung des Themas Nationalsozialismus und Brücke-Künstler.

© Brücke-Museum, November 2019