Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzforschung Buchheim Museum

Zuwendungsempfänger Buchheim Museum (Bernried am Starnberger) Bundesland Bayern Website https://www.buchheimmuseum.de/ Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Oktober 2017 bis August 2019

Beschreibung

Das zentrale Anliegen des Projektes ist eine systematische Erforschung der Provenienzen des expressionistischen Gemäldebestands der Stiftung Buchheim Museum und damit eine erste potentielle Identifizierung von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Dabei handelt es sich um 162 Gemälde, die vor 1945 entstanden sind oder deren Entstehungsjahr unbekannt ist.

Ein Verdachtsmoment für die Recherchen der Provenienzen ergibt sich durch den Sammlungsschwerpunkt Lothar-Günther Buchheims auf Werken der Klassischen Moderne, insbesondere auf Gemälden und Grafiken der Künstlervereinigung „Brücke“. In Vorbereitung des Projektes wurden die Bildrückseiten zweier Bilder auf spezifische äußere Besitz- und Herkunftsmerkmale wie Stempel, Aufkleber, Nummerierungen, Bezeichnungen etc. hin untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen hatten sich Hinweise auf belastete Provenienzen ergeben, welche eine Erforschung erforderlich machen.

Das Projekt sieht zwei Forschungsschritte vor, die aus organisatorischen Gründen parallel vorgenommen werden. In einem ersten Schritt werden die Provenienzen aller 162 Gemälde anhand von Literatur- und Quellenrecherche sowie einer Abgleichung mit Verlust- und Recherchedatenbanken überprüft und ausgewertet. Die Auswertung erfolgt über die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste vorgeschlagene Einstufung in eine Farbskala, in der Ergebnisse sowohl auf quantitativer als auch qualitativer Ebene veranschaulicht werden. Bestandteil dieses Forschungsschrittes ist auch die Fortsetzung der begonnenen fotografischen Dokumentation und Untersuchung der Bildrückseiten. Parallel hierzu soll der bisher unerschlossene schriftliche Nachlass des Ehepaars Lothar-Günther und Diethild Buchheims gesichtet werden. Alle relevanten Daten sowie die Forschungsergebnisse werden in digitalen Verzeichnissen dokumentiert, um einen Zugriff für neue Erkenntnisse und weitergehende Untersuchungen sicherstellen zu können.

Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse über einen Bestandskatalog, die Website des Museums und in den Ausstellungsräumen ist geplant.

© Buchheim Museum, November 2017