Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Verlagerungsgeschichte Plakatsammlung Hans Sachs

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Deutsches Historisches Museum (Berlin) Bundesland Berlin Website https://www.dhm.de/Provenienzforschung Ansprechpartner
  • Dr. Brigitte Reineke
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionLeitung Zentrale Dokumentation und Beauftragte für Provenienzforschung
    Telefon: +49 (0) 30 203 04 406
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilreineke@dhm.de

  • Dr. Heike Krokowski
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionWissenschaftliche Mitarbeiterin für Provenienzforschung
    Telefon: +49 (0) 30 203 04 334
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilkrokowski@dhm.de
Projekttyp Kurzfristiges Projekt auf Grund von aktuellem Recherchebedarf Projektlaufzeit
  1. Mai 2009 bis Juni 2009

Beschreibung

Die Stiftung Deutsches Historisches Museum (DHM) birgt eine ca. 80.000 Exemplare umfassende Plakatsammlung, zu der bis zum Herbst 2012 Teile der ehemaligen Plakatsammlung Dr. Hans Sachs gehörten. Zum Zeitpunkt ihrer Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 umfasste die Plakatsammlung Sachs laut Auskunft von Hans Sachs 12.5oo Plakate.

Der Wissensstand über den Verbleib der Sammlung nach ihrer Beschlagnahmung war rudimentär und beruhte auf Spekulationen. Bis zum Zeitpunkt der Restitutionsforderung im Jahr 2005 durch die Erben von Sachs war lediglich bekannt, dass in dem 1952 gegründeten Museum für Deutsche Geschichte in Ostberlin 1955 ein großes Konvolut mit Plakaten gefunden und von dem zuständigen Kurator aufgrund eindeutiger Indizien als Plakate aus der Sammlung Dr. Hans Sachs erkannt wurden.

1992 bezifferten die seinerzeit für die Plakatsammlung zuständigen Kuratoren in einem Ausstellungskatalog die Größenordnung der in dem Bestand des DHM befindlichen Plakate aus der Sammlung Sachs auf ca. 8.000 Exemplare. Die gegnerische Seite, die auf die Restitution der Sammlung Sachs drang, bezog ihre Forderung auf diese ca. 8.000 Plakate. 2005 ließ sich aber über die Objektdatenbank, in die seit 1993 die Bestände kontinuierlich eingearbeitet worden waren, noch nicht einmal die Hälfte dieser Anzahl ermitteln.

Zur Klärung der zahlenmäßigen Diskrepanz zwischen den herausgeforderten und den tatsächlich in der Sammlung des DHM nachweisbaren Plakaten wurde eine auf die Sammlung Sachs fokussierte Inventur vorgenommen, bei der wir uns zur Identifizierung der Provenienz auf die vom Sammler selber angegebenen Indizien wie Monogrammstempel oder Namensetikett stützen konnten. Sämtliche Plakate im hiesigen Bestand, die in die Sammlungsepoche von Hans Sachs fallen, wurden ausgehoben, auf diese Indizien hin überprüft und elektronisch gestützt inventarisiert.

Mit dem geförderten Projekt konnte der wirtschaftspolitische Hintergrund der Beschlagnahmung und der an ihr beteiligte Personenkreis ermittelt werden. Die Ergebnisse dieser Recherche korrespondieren mit denen zur Verlagerungsgeschichte, die eine Erklärung dafür liefern, dass am Ende der Inventur nur 4.344 Plakate aus der Sammlung Sachs nachweisbar waren. Das DHM hat im Herbst 2012 diese Plakate an die Erben zurückgegeben.

© Deutsches Historisches Museum