Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Die ‚doppelte Verlagerung‘ – Erschließung russischer Archivquellen für die Provenienzforschung zum NS-Kulturgutraub

Zuwendungsempfänger Stiftung Europa-Universität Viadrina, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudie Frankfurt (Oder) Bundesland Brandenburg Website https://www.zip.europa-uni.de/de/1_zip/team/grelka/forschungsprojekt_fg/index.html Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur Grundlagenforschung Projektlaufzeit
  1. Dezember 2018 bis November 2019

Beschreibung

Ziel des Forschungsprojekt ist es, aus den Beständen russischer Archive und Museen Daten zu denjenigen Kunstobjekten zu ermitteln, die im Verdacht stehen, in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig erworben worden zu sein und die nach 1945 in die Sowjetunion verlagert wurden. Grundlage für die Ermittlung dieser Forschungsdaten in Moskauer Archiven ist einerseits das nationalsozialistische Schriftgut über die Konfiskationen in verschiedenen europäischen Ländern (wie zum Beispiel die Registrierungskarteien des „Sonderauftrags Linz“, die von den sowjetischen Trophäenkommissionen nach Moskau abtransportiert wurden), andererseits die Erhebung sowjetischer Quellen zur Rückverlagerung von in der UdSSR konfiszierten Kunstwerken, mit einem Schwerpunkt auf Objekten für den sog. Sonderauftrag Linz. Geprüft werden dazu ca. 500 Akteneinheiten und 9.000 Karteikarten in den folgenden Archiven: Staatliches Archiv der Russischen Föderation (GARF), Russisches Staatliches Militärarchiv (RGWA), Russisches Staatsarchiv für Sozio-politische Geschichte (RGASPI) sowie das Dienstarchiv des Staatlichen Museums für Bildende Künste A. S. Puschkin. Mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg erforscht das Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in Kooperation mit Dr. Tat’iana Timofeeva und Prof. Vladimir Sacharov von der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität in russischen Staats- und Museumsarchiven und dem Deutschen Historischen Institut in Moskau nach Quellen, die der Provenienzforschung weiterführende Hinweise über den heutigen Verbleib „NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter" geben sollen.

© Stiftung Europa-Universität Viadrina, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudie Frankfurt (Oder), Dezember 2018