Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Systematische Überprüfung der Judaica-Sammlung auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Jüdisches Museum Berlin Bundesland Berlin Website http://www.jmberlin.de/Woher stammen unsere Kunstobjekte? Ansprechpartner
  • Michal S. Friedlander
    Telefon: +49 (0)30 259 93 511
    Projektbericht_Ansprechpartner_Telefax: +49 (0)30 259 93 409
    E-Mailm.friedlander@jmberlin.de
  • Dr. Anna-Carolin Augustin
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionWissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung Bereich Judaica
    Telefon: +49 (0)30 259 93 510
    Projektbericht_Ansprechpartner_Telefax: +49 (0)30 259 93 409
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAila.augustin@jmberlin.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Mai 2017 bis Mai 2019

Beschreibung

Das zweijährige Forschungsprojekt widmet sich der systematischen Überprüfung und Recherche zu den Provenienzen jüdischer Zeremonialgegenstände (Judaica) in der Sammlung des Jüdischen Museums Berlin.

Auch und gerade Judaica wie Tora-Schmuck, Chanukka-Leuchter oder rituelle Textilien waren von 1933 bis 1945 im Fokus der nationalsozialistischen Politik der Vernichtung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur. Auf beispiellose Weise wurden sie aus jüdischem Privatbesitz und Synagogen geraubt, zwangsveräußert und zerstört. Nach 1945 gelangten geraubte Judaica nicht selten auf den internationalen Kunstmarkt und über Ankäufe sowie Schenkungen in die Sammlungsbestände von Museen weltweit. Im Rahmen des laufenden Projekts am Jüdischen Museum Berlin werden daher systematisch alle Judaica, die Herkunftslücken zwischen 1933 und 1945 aufweisen, geprüft.

Den ersten Forschungsschwerpunkt des Projekts bildet das 323 Judaica-Objekte umfassende Konvolut der Sammlung des Münsteraner Judaisten und Kantors Zwi Sofer (1911-1980). Diese Judaica-Sammlung, die Zwi Sofer von 1945 bis 1980 zusammentrug, wurde 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben und bildete seit 2001 den Sammlungsnukleus des neugegründeten Jüdischen Museums in Berlin.

Die Provenienzrecherche ist im Bereich der Judaica mit einem breiten Spektrum verschiedener Objektgattungen der angewandten Kunst konfrontiert. Judaica können Metallarbeiten, Keramiken, Textilien, Gläser oder auch Möbel umfassen, die als Unikate oder aber seriell als Massenprodukt gefertigt wurden. Da der nationalsozialistische Raub von und der internationale Nachkriegshandel mit Judaica noch vergleichsweise wenig erforscht sind, werden die Projektrecherchen zu Verlust- und Erwerbungskontexten zur Bildung von Grundlagen in diesem Forschungssegment beitragen.

© Jüdischen Museums Berlin, Oktober 2017