Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzrecherche zur Judaica Sammlung des Jüdischen Museum Frankfurt

Zuwendungsempfänger Jüdisches Museum (Frankfurt am Main) Bundesland Hessen Website http://www.juedischesmuseum.de/Woher kommen die Objekte der Judaica-Sammlung? Provenienzforschung am Jüdischen Museum Frankfurt Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Februar 2018 bis Januar 2020

Beschreibung

In dem zweijährigen Forschungsprojekt wird von Mai 2018 bis April 2020 systematisch der Bestand der Zeremonialgegenstände geprüft. Die Provenienzrecherche konzentriert sich dabei auf etwa 250 Objekte der insgesamt 800 Objekte umfassenden Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums.

Diese sind Teil verschiedener Konvolute: Einen Großteil der Zeremonialgegenstände der Judaica-Sammlung erwarb das Museum in den 1980er Jahren und bis in die 2000er Jahre auf Auktionen und bei Kunsthändler*innen. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 120 Objekte, deren Provenienzen insbesondere für die Jahre 1933-45 zumeist nicht dokumentiert sind und bisher auch noch nicht geklärt werden konnten.

Mit Magistratsbeschluss von 1987 wurde die Überweisung von 90 Judaica-Objekten aus dem Historischen Museum Frankfurt in das neugegründete Jüdische Museum initiiert. Unter diesen befinden sich zu einem geringen Teil Objekte, die vom Historischen Museum Frankfurt in den 1960er und 1970er Jahren erworben wurden und deren Herkunft nur lückenhaft dokumentiert ist.

Schenkungen von Sammlern ergänzen den Bestand: So übergab Ignatz Bubis 1985 dem Museum 35 Objekte, die er vornehmlich bei Händlern erworben hatte. Jedoch sind diese weder namentlich bekannt noch gibt es weitere Informationen zur Provenienz der Objekte. Die Sammlung Siegfried Baruch, schon 1983 gestiftet, umfasst insgesamt 76 Objekte, die größtenteils für den häuslichen Gebrauch bestimmt sind.  Auch in diesem Fall sind die Objekte undokumentiert übergeben worden. Die Recherchen konzentrieren sich nun darauf, die Provenienzen dieser Objektgruppen genauer zu untersuchen, um die Lücken in der Dokumentations- und Überlieferungsgeschichte zu schließen. Ziel ist die  Ermittlung früherer Besitzer und der möglichen Ent- oder Aneignungsgeschichte in den Jahren 1933 bis 1945.

Parallel wird eine Studie zum Frankfurter Kunsthandel von Judaica-Objekten in dieser Zeit erarbeitet.

© Jüdisches Museum Frankfurt am Main, August 2018