Website of the German Lost Art Foundation

Bibliotheken politischer und kultureller Vereinigungen als NS-Raubgut

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Klassik Stiftung Weimar - Herzogin Anna Amalia Bibliothek State Thuringia Website Online-Katalog. NS-Raubgut in der Herzogin Anna Amalia BibliothekProvenienzforschung im Blog der Klassik StiftungNS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter in den Sammlungsbeständen der Klassik Stiftung Weimar Lost Art-Report to the Found-Object Report of the institution Contact person Project type Long-term project to systematically investigate collection holdings Funding duration
  1. June 2009 to May 2010

Description

Die digitale »Forschungssammlung NS-Raubgut in der HAAB Weimar« ist seit 2008 im Aufbau und verzeichnet die Reste mehrerer Bibliotheken politischer, kultureller und religiöser Vereinigungen, öffentlicher Büchereien und privater jüdischer Sammler. Diese Bibliotheken sind teils im Gesamtbestand der beiden Vorgängereinrichtungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek aufgegangen und zerstreut worden, teils bilden sie Teilsammlungen, die durch Überklebungen oder mehrfache Umsignierungen der Exemplare maskiert oder ab 1935 direkt zensiert worden sind. Anhand der zugehörigen, ebenfalls digitalisierten Archivalien konnten diese Sammlungen identifiziert und dem NS-Kulturgutraub zugeordnet werden.

Eine der Vorgängereinrichtungen war die Thüringische Landesbibliothek Weimar, die am NS-Kulturgutraub aktiv beteiligt war und nach 1945 sogar eine Vervierfachung der Bestandszuwächse gegenüber 1933 verzeichnete. Die zweite Vorgängereinrichtung war die Mitte der 1950er Jahre gegründete Institutsbibliothek der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur, deren Gründungssammlungen teilweise auf NS-Raubgut beruhten, z. B. auf der ca. 2.000 Bände umfassenden Almanachsammlung Arthur Goldschmidts, die 1955 aus dem Goethe- und Schiller-Archiv in die Institutsbibliothek verlagert worden war.

Seit 2005 werden alle Erwerbungen der Jahre 1933 bis 1945 und darüber hinaus systematisch auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft. Alle Verdachtsfälle werden im Online-Katalog nachgewiesen.

Einige der Verdachtsfälle sind zudem als Digitalisate über die Online-Datenbank »Monographien Digital« abrufbar.

Bis 2010 konnten ca. 4.000 Bände als NS-Raubgut identifiziert werden. Bei der Suche nach den Erben arbeitet die Bibliothek mit der Commission for Looted Art in Europe (London) zusammen.

Bereits im Vorfeld des Projektes veranstaltete die Bibliothek in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste und der Initiative Fortbildung für wissenschaftliche Spezialbibliotheken und verwandte Einrichtungen e.V. zwei Tagungen zur Provenienzforschung (2003: »Provenienzforschung für die Praxis. Recherche und Dokumentation von Provenienzen in Bibliotheken«; 2004: »Von der Provenienzforschung zur Restitution geraubten Kulturguts: politischer Wille und praktische Umsetzung«)

Publication

Werner Schroeder: »Arbeiter, fördert und unterstützt weiter euere geistige Rüstkammer«. Aufbau, Bedeutung und Zerschlagung der Arbeiterbibliotheken in Thüringen. Bonn 2008 (Veröffentlichungen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bd. 20.

Andreas Lütjen: NS-Raubgutforschung und Provenienzerschließung am Beispiel einer Privatbibliothek aus dem Besitz einer Familie teilweise jüdischer Herkunft an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. In: Bibliotheksdienst 43 (2009), H. 11, S. 1138-1161.

Monographien Digital. Herausgegeben von der Klassik Stiftung Weimar Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Press

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